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Todbett Klassifizierung: 616 Krankheiten DDC-Icon Klassifizierung: 346.013 Rechtliche Handlungsfähigkeit und Rechtsstellung von PersonenDDC-Icon , figürlich, sowohl das Krankenlager, worauf Jemand stirbt, als auch die letzte Krankheit selbst, an welcher der Leidende stirbt oder gestorben ist; schon im Schwabenspiegel Totbette; das Sterbebett. Das wird Dich einmal auf Deinem Todbette <185, 490> gereuen. Man kann diesen Hingang in das ewige Leben in zwei Zeiten abtheilen: die erste ist diejenige, in welcher der Arzt nach der Krisis die Hoffnung der Besserung, wenn nicht ganz aufgiebt, doch in Zweifel stellt, und die letzte, wo gar keine Hoffnung mehr übrig ist, und der Kranke mit dem Tode zu ringen beginnt. -- So lange der Sterbende auf dem Todbette alle an ihn gerichteten Fragen richtig beantwortet, und vernehmlich, wenn gleich stammelnd, redet, so gilt dasjenige, was er in Hinsicht seiner Verlassenschaft und der Anordnungen seines Leichenbegängnisses sagt, überhaupt sein letzter Wille, so gut, als wenn er es in gesunden Tagen gethan hätte; ist dieses aber nicht der Fall, zeigen sich Spuren der Sinnlosigkeit, überhaupt ist er in seinen Angaben verworren, widerspricht er sich oft, so wird angenommen, daß er nicht mehr bei Sinnen ist, und die weitere Unterredung mit ihm wird abgebrochen; auch gilt das von ihm schon Ausgesagte nur als ein unvollkommenes Bruchstück, welches für die Erben nichts beweiset, als habe er noch besondere Verfügungen zu Gunsten dieses oder jenes Erben treffen wollen. Auch das bloße Bekenntniß oder die Aussage eines Sterbenden macht keinen Beweis, beschwert auch nicht das Urtheil und die Strafe. Wenn die letzten Worte der Sterbenden einen besondern Nachdruck zu haben pflegen, so sucht man auch ihre Wünsche in Erfüllung zu bringen, sobald sie ausführbar sind, und nicht auf einer fixen Idee beruhen.

Toddalia, s. den folgenden Pfeil-IconArtikel.

Toddalie Klassifizierung: 583.77 Rutales (Rautenartige)DDC-Icon , Toddalia Lamarck, nach Smith Scopolie, Scopolia, eine Pflanzengattung, welche in die erste Ordnung der fünften Klasse (Pentandria Monogynia) des Linnéischen Pflanzensystems gehört, und folgende Gattungskennzeichen hat: Der Kelch ist trichterförmig, fünfspaltig, die Krone fünfblättrig; sie hat fünf Staub<185, 491>fäden und eine kopfförmige Narbe; die Frucht ist eine beerenartige fünffächerige Kapsel; jedes Fach enthält nur einen Samen. Es giebt von dieser Gattung mehrere Arten, von welchen hier nur ein Paar angeführt werden sollen, weil die ganze Gattung unter Pfeil-IconScopolie, Th. 151, übergangen worden.

1) Die stachliche Toddalie oder Scopolie, Toddalia s. Scopolia aculeata. Lamarck Eucycl. t. 139. f. 1. Smith ic. ined. 1. p. 34. Panlinia asiatica. Jacq. obs. 3. p. 11. t. 62. f. 1. Linn. Spec. plant. p. 524. Persoon Syn. plant. 1. p. 249; Engl. Prickly Scopolia. Ein Ostindischer Strauch mit einem stachlichen Stamme, eyförmigen, langgespitzten Blättern, welche zu dreien beisammen stehen, und winkelständigen, traubenartigen Blumenrispen. Diese Art verlangt eine Stelle im Treibhause, wenigstens in der zweiten Abtheilung desselben.

2) Die stachellose Toddalie oder Scopolie, Lamarck Encyclop. t. 139. f. 2. Willd.. Der Stamm dieser Toddalie ist stachellos, die Blätter dreizählig und umgekehrt eyförmig, die Blättchen stumpf, und die Endblumen doldentraubig. In Ansehung des Wuchses und der Gestalt gleicht diese Art der vorhergehenden, unterscheidet sich aber durch einen unbewehrten Stamm, durch umgekehrt=eyförmige stumpfe, nicht langgespitzte Blättchen, und durch doldentraubenartig geordnete Blumen, welche nicht in den Blattwinkeln, sondern am Ende des Stengels und der Zweige entspringen. Das Vaterland ist die Insel Bourbon. Man überwintert sie im Glashause, oder in der zweiten Abtheilung eines Treibhauses. Die Vermehrung und Fortpflanzung dieser Art geschieht durch Stecklinge, und durch Samen im Mistbeete.

Todesangst Klassifizierung: 152.4 EmotionenDDC-Icon Klassifizierung: 616 Krankheiten DDC-Icon , Fr. Agonie, die Angst eines Sterbenden, besonders einer Person, die einen gewaltsamen Tod leidet; und figürlich, der höchste Grad der Augst; daher <185, 492> Todesangst ausstehen; sich in Todesangst befinden. Die Todesangst ist eine heftige Beunruhigung des Gemüths, die entweder aus der Krankheit entsteht, oder eine Folge derselben ist, oder aus einem beunruhigten Gewissen, welches sich bei dem Scheiden von dieser Welt, noch als Zeichen begangener böser Handlungen oder Thaten bemerkbar macht. Auch das Scheiden, oder Sterben manches Weltmenschen, dem die Genüsse bei seinem Reichthume auf die mannigfaltigste Art dargeboten worden, und der jetzt diesen Genüssen, allen dargebotenen Vergnügungen entsagen, alle Schätze und Reichthümer Andern überlassen muß, hat diese Angst im Gefolge. Es ist ein krampfhaftes Zusammenpressen der Blutgefäße und Respirationswerkzeuge, welches sich gleichsam aus dem Unterleibe heraufwälzt und die Brust einnimmt, so daß dadurch eine Unruhe entsteht, welche durch ihre Heftigkeit gleichsam die körperlichen Leiden unterdrückt, aber dagegen das Gemüth peiniget und foltert, und nicht selten einen heftigen Schweiß auspreßt, der sich über den ganzen Körper ergießt, und auch der Angstschweiß, Todesschweiß genannt wird. Ob übrigens die Gewissensangst, bei den Vorwürfen des Gewissens, von der Todesangst, bei dem herannahenden Tode und dem nicht gern Scheiden aus diesem Leben, in Hinsicht ihrer Aeußerungen gleich sind, ist schwer zu entscheiden, da man sich in demselben Falle, entweder mit Schuld beladen, oder an den Freuden und Vergnügungen dieses Lebens hängend, befunden haben müßte, um solches genau beurtheilen zu können, da man von Sterbenden darüber nur die äußeren Kennzeichen ihrer Unruhe erhält, nicht aber den inneren Aufruhr der Maschine durch die letzten Wirkungen des Geistes oder der Seele, der Anklägerin des Gewissens etc. Nur bei den Bekenntnissen, die sie öffentlich von ihrem Zustande und dem Warum? ablegen, läßt sich auf diesen trüben Zustand schließen, daß er fürchterlich seyn muß. -- Hier <185, 493> nur ein Beispiel. Als Collot, dieses berüchtigte Mitglied des furchtbaren Wohlfahrtsausschusses zu Paris, im Jahre 1795 nach Cayenne deportirt wurde, ward er daselbst auf dem Lande von einem hitzigen Fieber befallen, welches ihm seine Unruhe zuzog. Man schickte ihm einen Arzt, der beruhigende Mittel und nur von Stunde zu Stunde ein wenig Wein mit Wasser verschrieb; allein in der Nacht, wo der Wärter entweder eingeschlafen oder fortgegangen war, springt Collot auf, ergreift eine Flasche starken Wein, und trinkt sie in einem einzigen Zuge aus. Am andern Morgen fand ihn der Arzt in einem so schrecklichen Zustande, daß er ihn nach Cayenne zu bringen befahl. Die Träger hatten ihn aber kaum einige Lieues getragen, als sie ihn ohne Weiteres in der brennenden Sonnenhitze liegen ließen, bis man sie endlich durch die Wache zum weitern Transporte zwang. Wie ist Ihnen? fragte der Arzt. -- „Ich habe einen brennenden Schweiß!” -- Kein Wunder! Sie schwitzen ihre Verbrechen aus! Collot wendete sich ab, zerfloß in Thränen, und rief Gott und die heilige Jungfrau an. Ein Soldat, den er früher den Atheismus geprediget hatte, hielt ihm ziemlich bitter seine Inconsequenz vor. „Ach, seufzte der Kranke, damals täuschte mein Mund mein eigenes Herz”. O Gott! Gott! kann ich noch Verzeihung hoffen? Geht! Geht! Holt mir einen Tröster! Holt mir Jemand, der sich meiner erbarmen will! Schenke mir Ruhe! Gütiger Gott!” So brachte man ihn in das Hospital zu Cayenne, wo er unter den fürchterlichsten Verzuckungen, und indem er Ströme von Blut und Eiter von sich spie, am 7ten Junius 1796 zum Entsetzen aller Umstehenden verschied; er, der zur Hinrichtung so vieler Tausenden beigetragen hatte (Zeitung für die elegante Welt. 1806, S. 806 u. f.).

Todesanzeige Klassifizierung: 306.9 Den Tod betreffende InstitutionenDDC-Icon Klassifizierung: 393 Sterbe- und BestattungsritenDDC-Icon , s. Pfeil-IconLeichenanzeige, Th. 73, Pfeil-IconS. 397 u. f. und Pfeil-IconS. 408 u. f. In Hinsicht dieser Anzeigen, um den <185, 494> Verwandten, Freunden und Bekannten Nachricht zu geben, daß ein Mitglied aus der Familie gestorben ist, wenn sie nämlich öffentlich durch die Zeitung geschehen sollen, ist hier noch Einiges zu sagen. Rumpf giebt in seinem „Deutschen Sccretair” in der mir vorliegenden 3ten Auflage (Berlin, 1816) eine sehr zweckmäßige Anweisung, diese Anzeige einzurichten. Er sagt darüber (S. 369 u. f.):

Bei Anzeigen von Todesfällen vermeide man die Schilderungen eigener Gefühle, welche sich durchaus nicht für eine öffentliche Bekanntmachung passen, so wie allen rednerischen Prunk und Wortschwall, alle Kleinigkeitssucht; zähle daher nicht das Alter des Verstorbenen nach Jahren, Monaten, Wochen und Tagen auf, beschreibe nicht seine letzten Leiden, spreche nicht von dem unerbittlichen Tode, von unaussprechlichem Wehmuthsgefühle, von unheilbaren Wunden, die dem Herzen geschlagen sind, verbitte nicht die Beileidsbezeugungen aus dem Grunde, weil sie den Schmerz nur noch vermehren würden etc.; gedenke aber dagegen mit wenigen kräftigen Worten der guten Eigenschaften und Verdienste des Verstorbenen, oder merkwürdiger Schicksale seines Lebens, wie z. B. in folgenden Ankündigungen von Todesfällen, die als Beispiele dienen können. -- Einen ihrer edelsten, gemeinnützigsten und einsichtvollsten Bürger verlor unsere Stadt am 23sten Oktober durch das unerwartet frühe Hinscheiden des Kaufmanns von der Tuch= und Seidenhandlung J. F. K., den ein hitziges Nervenfieber im eben angetretenen 59sten Lebensjahre einer liebenden Gattin und sechs, zum Theil unmündigen, Kindern, so schnell entriß. Das einstimmige Zeugniß, welches seine Mitbürger ihm mit Wehmuth nachrufen, daß seine Redlichkeit unerschütterlich, seine Berufstreue unermüdet und unverdrossen, seine Theilnahme für Unglückliche die innigste und edelmüthigste war, setzt ihm das schönste Denkmal! Ihn lehrte das wohlwollende Herz die schöne Kunst, die Arbeiten eines mühevollen Berufs mit der Sorge für Milderung des Menschenelends zu vereinigen, und so jede Forderung der Pflicht und des <185, 495> Herzens zu befriedigen. In rastloser und anspruchsloser Thätigkeit für das allgemeine Wohl hat er die Bürgerkrone errungen, die seinen Sarg schmückt, und sein Andenken wird unter uns leben, so lange wahres Verdienst, edle Gemeinnützigkeit und reiner Patriotismus ihr Verehrer finden werden. -- Ein anderes. Am 7ten März starb, nach fünfwöchentlichem großen Leiden, an den Folgen der Gicht, unsere ehrwürdige Mutter, die verwittwete Frau -- M. Ph. A. L., geb. F., im 74sten Jahre ihres von Gott gesegneten Lebens, innig geliebt und verehrt von ihren Kindern, ihren zahlreichen Verwandten und Freunden, musterhaft in ihrer christlichen Ergebung, in ihrer heitern Frömmigkeit, zarten Theilnahme und geräuschlosen Wohlthätigkeit, vor Allem aber in der freudigen Selbstverläugnung, mit welcher sie jede Forderung ihres liebevollen und pflichtgetreuen Herzens erfüllte. So lebte und wirkte sie segensreich im Kreise ihrer Kinder, ihrer Enkel und Urenkel, wie sollte ihr Andenken nicht von denen schmerzhaft gefühlt werden, die ihre Liebe genossen. -- Ein anderes. Ich erfülle hiermit die traurige Pflicht, das am 16. d. M. an einer gänzlichen Entkräftung im 75sten Jahre erfolgte Ableben meines theuren Vaters, des gewesenen Rendanten bei der hiesigen Königlichen General=Salzkasse, in meinem und meiner Schwägerin Namen, allen unsern Verwandten und Freunden ergebenst bekannt zu machen etc.

Diese wenigen Beispiele zeigen, wie man Todesanzeigen für die öffentlichen Blätter einzurichten hat. Sie müssen, nach Beschaffenheit der Umstände des Dahingeschiedenen, mit zweckmäßiger Kürze Alles enthalten, was man von der Krankheit, den Eigenschaften des Charakters, und dem Wirken des Verstorbenen mit wenigen Worten sagen kann, und solches mit Ausdrücken des Gefühls ohne Schmeichelei und Prunk, wie das erste oben angeführte Beispiel beweiset, obgleich es als bloße Anzeige etwas zu lang, als Nekrolog oder biographische Skizze aber zu kurz seyn würde; indessen wer von den Angehörigen dem Hingeschiedenen ein lohnendes Denkmal öffentlich setzen will, kann es freilich nur auf diese <185, 496> Weise thun, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, da unter vielen Anzeigen, besonders in den Zeitungen großer Städte, leicht eine solche Anzeige, wenn nicht übersehen, doch nur flüchtig berührt wird. Anzeigen von der Fortsetzung von Geschäften mit Todesanzeigen zu verbinden, ist unpassend, und schadet der Pietät, die man doch auch hierbei beobachten muß. Eine solche Anzeige kann kurz nach ein Paar Tagen folgen, daß man das Geschäft des Verstorbenen unter seinem Namen und in derselben Eigenschaft etc., wie bisher, fortsetzen werde.

Todesart Klassifizierung: 610.9 Historische, geografische, personenbezogene BehandlungDDC-Icon Klassifizierung: 616 Krankheiten DDC-Icon , die Art und Weise des Todes oder der Beraubung des Lebens. Man kann die Todesarten in natürliche, zufällige, plötzliche, unnatürliche und gesetzliche theilen. Zu den natürlichen Todesarten gehören alle diejenigen, welche durch die Schwäche des Alters, die Hinfälligkeit des Körpers, und durch Krankheiten erzeugt werden. Hierher gehören alle Krankheiten, welche einen bösen oder schlimmen Charakter annehmen, den die Kunst nicht zu heben vermag, und deren Ausgang den Tod zur Folge hat. Ein Verzeichniß dieser Krankheiten hier anführen zu wollen, würde zwecklos seyn, da man sie in den wöchentlichen Todesanzeigen oder Todtenlisten, welche den Tagesblättern etc. in großen Städten beiliegen, angezeigt findet, indem die Krankheiten, woran jede Person gestorben ist, dabei bemerkt worden. -- Zu den zufälligen Todesarten gehören alle diejenigen, welche durch keine vorhergehende Krankheit und keine körperlichen Anzeigen oder Merkmale dazu Statt haben, wozu auch das Ueberfahren, Herabstürzen von einer Höhe, Ertrinken, Erdrücken, Ersticken, Verbrennen etc. gehören. Zu den zufälligen Todesarten der ersten Klasse sind daher folgende merkwürdige und außergewöhnliche Fälle zu zählen. König Heinrich der Zweite von Frankreich hatte manche Lanze gebrochen, ohne Schaden zu nehmen, und doch brachte ihm ein Splitterchen <185, 497> von einer Lanze, auf einem von ihm selbst veranstalteten Turniere, welches ihm in dem Wettkampfe mit dem Herzoge von Montmorenci ins Auge flog, den Tod. Kaiser Heinrich der Siebente soll an einer vergifteten Hostie, nach Andern an vergiftetem Weine beim heiligen Abendmahle gestorben seyn. König Philipp der Vierte von Spanien starb durch die Etiquette, welche seinem Kammerherrn Pobar nicht erlaubte, das Holz aus dem Kamine zu ziehen, an einer zu großen Erhitzung vor dem Kamine, wo er saß, indem er dadurch einen Rückfall des kaum verlassenen Fiebers erhielt. Der Herzog Bernhard von Weimar soll durch Fische, sein Leibgericht, vergiftet worden seyn. Anacreon erstickte nach der Tradition an einem Traubenkerne. Aeschylus erhielt den Tod durch eine Schildkröte, die ein Adler auf sein entblößtes Haupt fallen ließ. Agathokles zu Syrakus bekam einen vergifteten Zahnstocher, und mit ihm den Tod. Nach Aelians Berichte starb Aristides an einem Katzenbisse. Ein Bürgermeister zu Braunau vergaß, als er eine Treppe hinaufstieg, seinen langen Bart in die Höhe zu nehmen, trat darauf, fiel herab und brach den Hals. So fiel der Maler Aertge von Leyden in einen Graben und ertrank. Otwey, ein Englischer Dichter, verschlang ein Stück Brod mit solcher Hast, daß er auf der Stelle todt blieb. Paul Borghese entschlief des Hungertodes. Pabst Clemens der Vierzehnte soll durch den Umtausch einer Dose mit vergiftetem Schnupftabake, nach Andern durch vergiftete Pantoffeln gestorben seyn. Lady Russel stach sich mit einer Stecknadel in den Finger und starb daran. Ein Page wollte, indem er eine Schüssel mit heißen Birnen die Treppe hinauf trug, schnell eine solche Birne verzehren, und starb darüber auf der Stelle, und so könnte man noch eine Menge ähnlicher Fälle bis auf die neueste Zeit anführen, wenn es an diesen Beispielen nicht genug wäre, um diese Todes<185, 498>art zu zeigen, und hier ist nur von ausgezeichneten Fällen dieser Art die Rede, ohne die vielen Fälle zu betrachten, die im gewöhnlichen Leben vorkommen. -- Zu den plötzlichen Todesarten gehören nicht nur diejenigen, die augenblicklich erfolgen, sondern auch nach einer Krankheit von wenigen Tagen, da die Menschen doch vorher ganz gesund waren. Es gehören folgende plötzliche Todesarten hierher: 1) als in heftigen Anfällen von Nervenkrankheiten, in verschiedenen Schlagflüssen, in der Starrsucht, in der fallenden Sucht oder in andern Convulsionen, in hypochondrischen und hysterischen Krämpfen, im Magenkrampfe, nach heftigen Leidenschaften, nach einer Berauschung durch hitzige Getränke, nach heftigen Schlägen auf weiche, sehr empfindbare Theile, insbesondere die Hoden, und nach einem Falle oder Schlage auf den Kopf. 2) Diejenigen, welche vom Genusse oder der Anwendung betäubender Gifte oder Nahrungsmittel entstehen, wie die Anwendung des Mohns und Safrans an Speisen (auch das Räuchern mit dem Samen des Bilsenkrautes bei Zahnschmerzen kann auf dem Lande dazu Gelegenheit geben). So auch durch andere schnellwirkende Gifte, wie z. B. die Blausäure etc. 3) Diejenigen, welche nach starker Verblutung oder nach andern starken Ausleerungen erfolgen; auf diese Art sterben oft alte Männer am Beyschlafe. 4) Diejenigen, welche von heftigen Schmerzen veranlaßt werden. 5) Diejenigen, welche nach einer schweren Geburt erfolgen, auch beim Kaiserschnitte. Hier kann der Todesfall entweder die Mutter, oder das Kind, oder Beide zugleich treffen. 6) Diejenigen, welche nach erlittenem Hunger erfolgen, besonders wenn die Kräfte zugleich sehr angestrengt werden. 7) Diejenigen, welche nach übermäßigen Essen und Trinken, und 8) diejenigen, welche durch Erstickung erfolgen, welche von äußerlicher Gewalt: Erhängen, Ertrinken, oder sie kann auch von erstickenden Dünsten herrühren. Dergleichen Dunst ist im Kohlendampfe, in <185, 499> tiefen Brunnen oder Kellern, auch steigt er aus gährenden Dingen, vorzüglich aus Weinmost und Bier hervor, und dann findet er sich auch in dem Dufte aller stark riechenden Blumen. -- Zu den unnatürlichen oder widernatürlichen Todesarten gehören die gewaltsamen Todesarten, entweder durch eigene Hand, Selbstmord, oder durch die Hand eines Andern, Meuchelmord und Todschlag, und die geheimen Tödtungen durch Gifte der mannigfaltigsten Art, und durch andere Zerstörungen des Körpers; s. auch den Artikel Pfeil-IconTodschlag, weiter unten. -- Zu den gesetzlichen Todesarten gehören die Todesarten, die das Gesetz bestimmt, wie das Pfeil-IconKöpfen, Pfeil-IconRädern, Pfeil-IconHängen, Pfeil-IconVerbrennen etc., die nämlich jetzt noch üblich sind; s. den Art. Pfeil-IconTodschlag. -- Die hier angeführten verschiedenen Todesarten kommen auch unter ihrem Namen als besondere Artikel in der Encyklopädie vor.

Todesfall Klassifizierung: 306.9 Den Tod betreffende InstitutionenDDC-Icon , ein Fall, da Jemand gestorben, mit Tode abgegangen ist; daher den Todesfall anzeigen. Jemanden den Todesfall seines Anverwandten, seines Freundes berichten. Ein schmerzhafter oder ein betrübender Todesfall etc. Die Todesfälle beziehen sich auf jede Krankheit, welche den Tod im Gefolge hat, und auf jeden besonderen Fall, wo er plötzlich eintritt, wie z. B. bei Menschen, welche durch einen Schlagfluß, durch den Blitz etc. getroffen und getödtet werden. -- In Hinsicht der öffentlichen Bekanntmachung der Todesfälle schlägt Jemand in einem öffentlichen Blatte vor, die Formel dieser Bekanntmachungen abzukürzen; nämlich den Anfang und den Schluß, wo es gewöhnlich heißt: „Allen unsern Anverwandten, Freunden und Bekannten machen wir hiermit bekannt”, und: „von ihrem Beileide überzeugt, bitten wie sie, unsern Schmerz zu beachten und deshalb die schriftlichen Versicherungen desselben zu unterlassen.” Dieses sey nicht nur auffallend, sondern auch überflüssig; <185, 500> denn Alles, was man öffentlich bekannt mache, mache man ja nur für diejenigen bekannt, die es interessire, wozu solle man nun die Interessenten, die man eigentlich meine, immer noch nach der Rangordnung, in welcher sie bei uns in Absicht auf den Todesfall stehen, hier nennen! Etwa um den Verdacht von sich abzulehnen, daß man den Todesfall für das ganze große Publikum interessant halte? So ein Verdacht faßte aber in unsern Zeiten gewiß Niemand mehr; es wäre daher übergroße Bescheidenheit, sich dagegen zu verwahren. Die Beileidsversicherungen habe sich, seit dem die Todesfälle in den öffentlichen Blättern bekannt gemacht werden, schon ein Jeder verbeten; ein hinlänglicher Beweis, daß über diesen Punkt Alle einerlei Gesinnungen haben, und daß man also sicher voraussetzen könne, auch der, der es nicht ausdrücklich sagt, erwarte dessenungeachtet keine. Wozu sollten auch die Beileidsversicherungen dienen, da man nicht zweifeln darf, daß diejenigen, welche uns wohl wollen, bei dem Verluste unserer Lieben, im Herzen doch mit uns trauern, und da von denen, welchen unsere Leiden gleichgültig sind, selbst die feierlichste Versicherung keinen Trost für uns hat. Es wäre daher besser, in den öffentlichen Anzeigen von Todesfällen weiter nichts als die historischen Umstände, die man bekannt gemacht wissen will, anzuführen.

Todesgefahr, die Gefahr, das heißt, die nahe Möglichkeit, das Leben zu verlieren, die Lebensgefahr, im gewöhnlichen Leben auch die Todesnoth. Diese Gefahr bezieht sich aber immer auf Etwas, das von außen kommt, von außen dem Leben zugefügt werden kann, aber nicht durch eine Krankheit, in die der Mensch geräth und darin das Leben verlieren kann. Die Todesgefahr, worein man kommen kann durch Ueberfahren, Ueberreiten, Herabstürzen von einer Höhe, Verbrennen, ins Wasser fallen, und so viele andere Fälle, welche den Tod herbeiführen können, und in welche man entweder <185, 501> durch Unvorsichtigkeit geräth, oder die zufällig Einem begegnen, wovon man sich jedoch noch glücklich rettet oder gerettet wird. S. auch den Art. Pfeil-IconLebensgefahr, Th. 67, Pfeil-IconS. 159.

Todeskampf Klassifizierung: 616 Krankheiten DDC-Icon , der scheinbare Kampf, der mit der Trennung der Seele oder des Geistes von dem Körper verbunden ist, das Widerstreben der Natur gegen den nahen Tod. Hauptsächlich aber der des Geistes, der noch sichtbar am Leben hängt, noch sichtbar sich die Freuden und Genüsse vergegenwärtiget, die er in diesem Leben genossen, und jetzt durch die zerfallene Hülle, durch den seine Funktionen einstellenden Körper aus dieser Welt zu scheiden sich genöthiget sieht. Wie schwer wird es daher dem Geiste oder der Seele, Abschied von dieser Welt zu nehmen; sie regt noch alle ihre Kräfte an, um den erschlafften Körper zur Thätigkeit aufzuraffen, aber vergebens. Jemand sagt hierüber in dem neuen Hannöverschen Magazine, Jahrg. 7, S. 1194 sehr wahr: „Es ist eine allgemeine Erfahrung, daß Niemand die wahrscheinliche Todesgefahr ohne widerliche Empfindung vernimmt, und hört man ja von kronischen Kranken, oder sehr betagten Personen die Aeußerung mit scheinbarer Gemüthsruhe aussprechen: der letzte Tag ihres Lebens werde nun bald kommen, so geschieht dieses doch in den mehrsten Fällen nur, um tröstlich widersprochen zu seyn; denn man sieht es dem aufgerichteten Kopfe, dem etwas geöffneten Munde, und den matten Augen an, wie sehr ein solches Individuum diesem Troste entgegen verlangt, und mit welcher Ruhe es das Haupt wieder zurücklegt, den Mund schließt, die Augen vor sich hin auf die magern Hände wendet, und die gehörten Gründe für ein längeres Leben gegen die inneren Gefühle abwägt, gern ihre unbestechliche Sprache nicht verstände, um sich weit lieber durch die Scheingründe täuschen zu lassen, die so angenehm klangen. Ganz andere Gefühlen erwecken, ganz andere Wirkun<185, 502>gen machen nun jede Nachricht vom erfolgten Absterben solcher Personen, mit welchen sich ein Kranker ähnlicher Art ohnehin gewöhnlich in Parallele zu setzen pflegt: die Unruhe, das Fieber, die Schlaflosigkeit wird stärker; das öftere Seufzen, das ängstliche Nachsehen, wenn die Frau, die Kinder oder die Freunde von ihm weggehen, giebt hinlänglich zu erkennen, wie sehr die Hoffnung zur Wiedergenesung bei ihm geschwächt ist; und oft entstehen anhaltende Verschlimmerungen, und das, was befürchtet wurde, folgt mit schnelleren Schritten nach. Dergleichen schleunige und sehr nachtheilige Veränderungen in Absicht einiger Krankheiten, haben aufmerksame Aerzte und andere Personen oft entstehen sehen, wenn dem Kranken entweder unvorsichtiger Weise Erzählungen gemacht worden, von Personen, die an einer ähnlichen oder an derselben Krankheit gestorben waren, oder wenn man ihnen aus den Zeitungen oder den Intelligenzblättern die Todesanzeigen vorgelegt oder vorgelesen hatte, darin eine solche oder eine ähnliche Krankheit genannt war, an welcher der Kranke leidet. Am gefährlichsten sind dergleichen erregte Erschütterungen bei epidemischen Krankheiten bemerkt worden, und ganz vorzüglich bei der Ruhr, so wie auch bei Schwindsuchten, Nerverfiebern oder andern Nervenkrankheiten. Man schone also die Gesundheit und das Leben Anderer, und übergehe die Todesart der Verstorbenen bei solchen öffentlichen Anzeigen mit Stillschweigen. Sie gelangen an ein ganzes Publikum, unter welchem Viele seyn können, die solche Nachrichten mit großem Nachtheile lesen. Es läßt sich auch kein rechter Nutzen einsehen, den eine Anzeige der Todesart eines Verwandten fürs Publikum haben kann; denn als Krankheitsliste der Städte und Provinzen, bleiben solche Anzeigen doch eben so unvollständig, als unzuverlässig.” -- Diese Beobachtungen über die erzeugte Gemüthsunruhe, bei den Vorstellungen, die dem Kranken durch dergleichen Anzeigen ge<185, 503>macht werden, sind sehr wahr, und es wäre daher zu wünschen, daß man jedem Kranken den Uebergang aus diesem in jenes Leben dadurch erleichterte, daß man von ihm Alles entfernte, was seinen Hang zu diesem Leben nur erschweren kann, wie geringe würde dann der Todeskampf seyn; denn wir sind ja nicht alle Helden auf diesem Kampfplatze des Lebens, nicht alle ertragen wir mit Gemüthsruhe den letzten Uebergang, und um so mehr, wenn uns noch so manches Irdische an diese Welt fesselt, wie Frau und Kinder, gerade diese sind es, die den Kampf erschweren, besonders wenn sie unversorgt zurückbleiben, und hier tritt die größte Berücksichtigung auf Schonung des mit dem Tode Kämpfenden ein. Hier suche man Alles zu entfernen, was ihm das Abscheiden schwer machen kann. Dasselbe findet aber auch bei allen andern Reizen und Genüssen Statt, die den Kranken noch an das Leben fesseln können. So erschrickt der Geizige bei dem Gedanken des Todes; denn er gewahrt, daß er in eben dem Augenblicke, in welchem seine Seele den Körper verläßt, auch den Besitz seines Geldes, seiner Schätze verlieren, und sie einem vielleicht verschwenderischen Erben überlassen muß, dasjenige, woran er so lange gesammelt, woran sich so manche Entbehrungen, so manche Widerwärtigkeiten knüpfen, sieht er nun mit einem Male seinen Händen entrückt. So der Ehrsüchtige bei seinen schönen Plänen, die er noch auf die Zukunft bauete, und wodurch er seinen Ruhm zu vergrößern hoffte; so der Gutschmecker, indem er von einer gut besetzten Tafel, die seinen Gaumen so oft gereizt hat, Abschied nehmen muß, und so scheiden alle diejenigen, die glückliche Tage verlebten, oder sie sich doch schaffen konnten, ungern von dem Schauplatze ihrer Freuden und ihres Genusses, mithin wird ihnen auch der Todeskampf schwer, schwer das Abscheiden von allem Bekannten zu dem Unbekannten; sie finden sich jetzt gleichsam von Allen verlassen; denn mit dem Kampfe <185, 504> des Todes verschwindet auch die Hoffnung, die bis dahin noch ihre treue Gefährtin am Krankenbette war, und deshalb muß man von den Kranken Alles entfernen, was sie beunruhigen und ihren Austritt aus der Welt erschweren kann.

Todesnoth, die Todesgefahr, als eine Noth, als ein Unglück betrachtet; s. Pfeil-IconTodesgefahr. Man gebraucht es auch in der Mehrzahl: Ich bin oft in Todesnöthen gewesen, 2. Cor. 11, 23. Ganz Israel war in Todesnöthen, Esth. 2, 8.

Todesprophet, s. unter Pfeil-IconWahrsager und Pfeil-IconWahrsagen.

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