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Pfannkuchen Klassifizierung: 641.82 HauptgerichteDDC-Icon , ein Nahme, welcher in den Küchen verschiedenen Arten von Kuchen, welche man in <109, 465> Pfannen zu backen pflegt beygelegt wird. So kennet man den bloßen Eyerkuchen an manchen Orten, besonders Niedersachsens, nur unter dem Nahmen des Pfannkuchens. Engl. Pancake. In Obersachsen ist der Pfannkuchen ein Kuchen, welcher aus einem feinen wohlgearbeiteten Teige, entweder bloß in dünnen runden oder viereckigen Stücken oder mit einer Fülle in einer Pfanne mit Butter oder Schmalz gebacken wird, und welcher, wenn er ungefüllt ist, in Nürnberg ein Hefenkuchen, in Oberdeutschland Pfänzel, in Niedersachsen Plinze, Plinse heißt.

Ueberhaupt wird keine Art häufiger, als die Pfannkuchen, gebacken. In manchen Gegenden heißen sie auch Fastenkuchen, weil sie vornehmlich in der Fastenzeit gebacken und gegessen werden; wenn es etwa zu anderer Zeit nicht geschehen sollte. Man findet aber sehr mancherley Bereitungsarten dieser Kuchen. Sie sind theils inwendig mit einer Fülle von Kirschmus, durchgestrichenen Aepfeln, oder Mandelteig, oder ohne alle Fülle.

Vorschriften:

1) Man nimmt ein Pfund Weizenmehl, drey Eyer, ein Viertelpfund kleine Rosinen und etwas Zimmt und Salz, rühret es unter einander, und backet es in heißer abgeklärter Butter. Oder man nimmt ein Pfund Weizenmehl, schlägt drey Eyer darein, thut ein wenig Zucker dazu und ein Nößel Milch, und rührt es wohl unter einander. Eine noch bessere Art von Pfannkuchen aber ist, wenn fünf bis sechs Eyer in Brunnenwasser wohl zerschlagen, mit Nelken, Zimmt, Muskatennuß und Muskatenblumen, auch ein wenig Salz, vereiniget, und so viel Weizenmehl darunter gerühret wird, als genug ist.

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2) Nürnberger Pfannkuchen werden so bereitet: Man setzet Mehl in einem Geschirre bey einem warmen Ofen, gießt ein Paar Löffel voll Bärme mit etwas Salz darein, und bereitet sodann mit laulichter Milch einen Teig davon, der nicht gar zu stark seyn darf. Wenn man solchen genug durchgearbeitet hat, so thut man ihn auf einen mit Mehl bestreueten Backtisch und läßt ihn aufgehen. wirket ihn hernach, treibt ihn mit einem Mangelholze auf, und schneidet viereckte Stücke daraus, leget sie auf ein mit Mehl bestreuetes Kuchenbret, setzet es an einen warmen Ort hin, daß die Küchlein aufgehen. Zuletzt werden sie in einer Pfanne, worin Schmalz, oder noch besser, abgeklärte Butter heiß geworden, fein goldgelb abgebacken.

3) Österreichische Pfannkuchen muß man also machen: Fein Mehl wird am Ofen wohl durchgewärmet, und sodann ein Viertelpfund zerlassener Butter, nebst ein Paar Löffel voll Bärme oder Hefen hinzugeschüttet, vier Eyer, aber nur von zweyen das Weiße, darein geschlagen, gesalzen, und mit laulichter Milch zu einem ziemlich festen Teige gemacht, der mit einem Rührlöffel glatt abgeschlagen werden muß. Dieser Teig wird auf den Backtisch gelegt, mit geriebener Zitronschaale, Zucker, Zimmt und Muskatennuß gewürzet, einer Viertelelle lange Strietzel daraus bereitet, die ein Paar Querfinger dick sind, auf ein mit Mehl bestreuetes Bret ordentlich hingelegt, mit einem Tuche zugedeckt, und an einen warmen Ort zum Aufgehen hingesetzt. Wenn die Strietzel genug gegangen sind, und oben aufspringen wollen, so leget man sie in heißes Schmalz oder abgeklärte Butter, zwey bis drey Stück etwa auf einmahl, <109, 467> und läßt sie langsam in nicht zu heißem Schmalze oder Butter backen, womit sie auch fleißig in der Pfanne müssen begossen werden. Man kann auch unter den jetzt beschriebenen Teig geschnittene Mandeln, Rosinen und Muskatenblumen mischen.

4) Die Pfannkuchen, zu deren Teig Bärme oder Hefen genommen wird, sind lockerer, und daher leicht verdaulicher, als die andern, die zähe oder wohl gar lederartig ausfallen.

Klassifizierung: 642 Mahlzeiten und TischkulturDDC-Icon 5) Wenn die Pfannkuchen ohne Fülle sind, so sind sie nur eine gemeine Familienspeise. Mit einer Fülle aber können sie, zur Veränderung, als eine Mittelspeise zur Noth passiren. *

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Germershausen' s Hausmutter. II. S. 41 fl.

Was bey Zurichtung der Pfannkuchen überhaupt zu beobachten ist, besteht hauptsächlich darin, daß die Pfanne völlig rein *

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Eine Pfanne, die gut abbacken soll, muß eine völlig glatte Oberfläche ohne Rost und Scharten haben, und immer mit Fett überstrichen erhalten werden.

seyn muß; daß man sie in reinem, süßen Specke, Schmalze oder frischer Butter hübsch hellbraun backet; und daß das Fett völlig abgetreugt seyn muß, ehe man sie zur Tafel gibt.

Nachfolgende Vorschriften, verschiedene Pfannkuchen zu machen, weichen von den gewöhnlichen deutschen etwas ab, werden aber ohne Zweifel wohl Beyfall finden.

Schlaget sechs oder acht Eyer wohl zusammen; lasset aber von der Hälfte derselben das Weiße weg, und rühret sie unter einer Meßkanne Milch. Menget euer Mehl zuvörderst mit ein wenig von der Milch, und gießet sodann den Rest nach und nach dazu. Thut zwey Eßlöffel voll gestoßenen Ingwers, ein Glas Branntweins, und ein wenig Salz darunter, und rühret alles wohl unter einander. Thut ein Stück Butter in eure Pfanne; und alsdann gie<109, 468>ßet einen Kochlöffel voll Mehlteig dazu. Dadurch wird ein Pfannkuchen entstehen, wenn ihr die Pfanne umdrehet, damit sich der Teig über und über darauf ausbreiten könne. -- Schüttelt die Pfanne: und wenn ihr glaubet, daß die eine Seite gut sey; so wendet den Pfannkuchen um. Wenn hernach beyde Seiten gut sind, so setzet ihn in einer Schüssel vor das Feuer. Mit den andern verfahret auf gleiche Art. Ehe ihr sie aus der Pfanne nehmet, richtet sie ein wenig in die Höhe, damit sie abträufeln, und ganz frey von Fett werden. Wenn ihr sie zur Tafel schicket; so streuet ein wenig Zucker darüber.

Rahmpfannkuchen.

Mischet unter ein Nößel Ruhms zwey Eyerdotter, ein halb Viertelpfund Zuckers, und ein wenig gestoßenen Zimmet, Muscatenblüthen und Muscatennuß. Reibet eure Pfanne mit Speck oder Schmalz aus, und röstet eure Pfannkuchen so dünn, als möglich. Hernach reibet etwas feinen Zucker darauf.

Pfannkuchen mit römischer Salvey.

Nehmet drey Eyer, drey Suppenlöffel voll feinen Mehls, und ein wenig Salz. Stoßet sie tüchtig zusammen, und mischet sie unter ein Nößel Milch. Thut Speck in eure Pfanne: und wenn diese heiß geworden ist; so streichet euren Mehlteig so dünn, als möglich, darin an. Alsdann leget einige gewaschene und wieder trocken gewordene Römische Salvey=Blätter hinein, und gießet noch ein wenig Teig sehr dünn darauf. Backet sie hübsch bräunlich, und richtet sie heiß an.

Reispfannkuchen.

Nehmet drey Suppenlöffel voll Reismehls und eine Meßkanne Rahms. Setzet es an ein gelindes Feuer, und rühret es unablässig um, bis es so dicke wird, wie ein Brey. Thut ein halb Pfund Butter und eine geriebene Muscatennuß dazu. Alsdann schüttet es zusammen in eine thönerne Pfanne oder dergleichen Tiegel, und wenn es kalt geworden ist, <109, 469> so rühret drey bis vier Eßlöffel voll Mehls, ein wenig Salz, etwas Zucker, und neun gut zerklopfte Eyer darunter. Mischet alles wohl zusammen, und backet eure Pfannkuchen sauber aus. Wenn kein Rahm zu haben ist; so könnet ihr auch bloß frische Milch dazu brauchen; aber in diesem Falle müsset ihr noch einen Löffel voll Reismehls dazu thun.

Nelkenfarbige Pfannkuchen.

Kochet eine große rothe Rübe, bis sie weich geworden ist, und stoßet sie sodann in einem marmornen Mörsel klein. Thut vier Eyerdotter, ein Paar Suppenlöffel voll Mehls, und drey Löffel voll Rahms dazu. Versüßet es nach euren Geschmacke; reibet eine halbe Muscatennuß dazu, und gießet ein Glas Branntweins darunter. Mischet alles gehörig zusammen, und backet eure Pfannkuchen in Butter. Garnieret sie mit grünem Zuckerwerke, mit Apricosenconserve, oder mit grünen Myrtenzweigen. --Diese Pfannkuchen können sowohl bey einer Mittags= als Abend=Tafel eine hübsche Seitenschüssel abgeben.

Gemeine kleine Pfannkuchen zu machen.

Reibet von einem altbackenen weißen Brot, oder von einer Semmel die Krume mit einem Reibcisen, und thut sie in ein Nößel Milch. Menget es recht gut unter einander: und wenn es kalt ist; so thut fünf Eyerdotter, drey Unzen durchgesiebten Zuckers, und ein wenig geriebene Muscatennuß dazu. Backet die Pfannkuchen in Schweineschmalz: und wenn ihr damit fertig seyd; so gießet zerlassene Butter und etwas Wein in die Schüssel. Streuet auch ein wenig Zucker darüber.

Kleine Apfelpfannkuchen.

Nehmet einige der größten Aepfel, deren ihr habhaft werden könnet. Schälet sie; nehmet ihnen die Kröbse, und dann schneidet sie in Scheiben. Nehmet ferner ein Nößel Doppelbier und ein Paar Eyer, und wirket darein so viel Mehl, daß es davon etwas dicker wird, als ein gewöhnlicher Pud<109, 470>ding. Würzet es mit geriebener Muscatennuß und Zucker nach eurem Geschmacke. Lasset es drey bis vier Minuten stehn und aufgehn. Tunket eure Apfelscheiben in den Teig; backet sie knusperig, und gebet sie, mit darauf geriebenem Zucker und Weinsauce in einem Brühnäpfchen, zur Tafel.

Kleine Milchpfannkuchen.

Schlaget acht Eyerdotter zu einem Suppenlöffel voll Mehls, einer halben Muscatennuß, ein wenig Salz, und einem Glase Branntweins. Gießet ein Nößel Rahms dazu, machet es nach Belieben süß, und backet es in einer kleinen Schüssel. Wann es hernach kalt geworden ist, so schneidet es zu Vierteln, und tunket diese in einen Teig, den ihr aus einem halben Nößel Rahms, einem Viertelsnößel Milch, vier Eyern, ein wenig Mehl, und ein wenig geriebenem Ingwer gemacht habet. Backet oder röstet sie in gutem Schmalz oder Bratenfett: und wenn ihr damit fertig seyd; so streuet etwas geriebenen Zucker darauf.

Kleine Königspfannkuchen.

Gießet ein Maaß frischer Milch in eine Casserole oder einen tiefen Tiegel; und wenn es anfangt zu sieden, so gießet ein Nößel Sect oder weißen Weins dazu. Alsdann nehmet die Casserole vom Feuer; lasset sie fünf oder sechs Minuten stehen; nehmet das Zusammengelaufene mit einem Schaumlöffel heraus, und thut es in eine Schüssel. Klopfet es mit einem halben Dutzend hinein geschlagener Eyer, und würzet es mit Muscatennuß. Darauf peitschet es mit einer Ruthe, und thut so viel Mehl dazu, als nöthig ist, ihm die gewöhnliche Steifheit eines Pfannkuchenteiges zu geben. Thut etwas Zucker dazu, und backet eure Pfannkuchen bey schnellem Feuer ab.

Gebackene Stehaufchen.

Schlaget zu ein Paar Händen voll feinen Mehls fünf Eyer, und gießet so viel Milch dazu, daß es sich zusammen knäten läßt. Alsdann streuet etwas <109, 471> Salz darauf, und knätet auch dieses hinein. Wenn ihr das gehörig gethan habt, so thut einen Theelöffel voll gestossenen Zimmets, eben so viel geriebene Limonienschale, und ein Loth candirter Citrone, ganz klein geschnitten, dazu. Nehmet einen tiefen Tiegel oder dergleichen Casserole zur Hand; schmieret ihn mit Butter aus, und thut den Teig hinein. Setzet ihn über ein ganz gelindes Feuer, und lasset die Masse im Tiegel ganz gemächlich und dergestalt arbeiten, daß sie weder am Boden des Tiegels, noch an den Seiten desselben kleben bleibt. Wenn sie einiger Maßen gebacken ist, so nehmet sie heraus, und leget sie auf eine Schüssel. Nehmet eine tiefe Casserole zur Hand, und thut eine große Quantität Speck oder Schmalz hinein. Wenn dieß nun ins Sieden kommt, so schneidet euren Teig fingerlang, und alsdann ritzet ihn an jedem Ende quer über, welches hernach aufgehn, hohl werden, und eine sehr gute Wirkung thun wird. Thut eure Schnittchen oder Stehaufchen zu dem siedenden Schmalz oder Speck hinein; aber nehmet sie im Abbacken sorgfältig in Acht, daß sie nicht gar zu hoch aufgehen. Wenn sie fertig sind, so siebet etwas Zucker auf eine gewärmte Schüssel: leget die Stehaufchen hinein, und siebet noch etwas Zucker darauf.

Kleine deutsche Pfannkuchen.

Nehmet einige schmackhafte mürbe Aepfel; schälet sie, viertelt sie, und schneidet ihnen die Kröbse aus. Nehmet die Kröbse ganz heraus, und schneidet sie in runde Stücke. Thut in eine tiefe Pfanne oder Casserole ein Viertelsnößel Franzbranntweins, einen Eßlöffel voll gestoßenen feinen Zuckers, und ein wenig Zimmet. In dieses Nasse thut die Aepfel, und setzet sie über ein langsames Feuer; rühret sie fleißig, aber doch behutsam um, damit die Aepfel nicht zerfallen. Setzet ferner einen Dämpftiegel mit einem Stücke Speck ans Feuer. Wenn dieser ins Sieden kommt, so seiget die Aepfel ab, tunket sie in etwas feines Mehl, und sie in den Tiegel. Streuet etwas Zucker auf eure Schüssel, und setzet sie ans Feuer. Leget die Pfannkuchen hinein; streuet ein wenig Zucker darüber, und glaciret sie oben mit einer glühenden eisernen Schaufel.

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Kleine Wasserpfannkuchen.

Nehmet fünf bis sechs Löffel voll Mehls, ein wenig Salz, eine Meßkanne Wassers, acht sauber ausgeschlagene Eyer, ein Glas Branntweins, und menget dieses alles gehörig unter einander. Je früher ihr eure Pfannkuchen zu rechte machet, ehe ihr sie backet, desto besser wird es seyn. Wenn ihr sie aber eben so backen wollet; so zerlasset ein halb Pfund Butter, und klopfet es gut darunter. Backet sie alsdann in Schweineschmalz.

Kleine Reißpfannkuchen.

Siedet ein Viertel Pfund Reiß in Milch, bis er hübsch dick wird; alsdann mischet dazu ein Nößel Rahms, vier Eyer, etwas Zucker, Zimmet und Muscatennuß, sechs Unzen abgebrühte und rein gelesene Corinthen, ein wenig Salz, und so viel Mehl, daß daraus ein dicker Teig wird. Backet es zu kleinen Kuchen in siedend heißem Schmalz; und wenn ihr damit fertig seyd, so schicket sie mit weißem Zucker und Butter auf die Tafel.

Kleine weiße Pfannkuchen.

Nehmet ein halb Viertel Pfund Reiß; waschet ihn in Wasser rein, und lasset ihn am Feuer wieder trocken werden. Alsdann stoßet ihn in einem Mörsel klein, und siebet ihn durch ein sehr feines Sieb. Thut ihn in eine tiefe Casserole; netzet ihn mit etwas Milch: und wenn er über und über angefeuchtet ist, so gießet noch ein Nößel Milch dazu. Setzet alles zusammen über eine Kohlenpfanne oder über ein ganz gelindes Feuer, und sorget dafür, daß es immer in Bewegung bleibe. Thut ein wenig Ingwer und etwas candirte Limonienschale, ganz klein gerieben, dazu. Haltet es über dem Feuer, bis es so ziemlich zu der Dicke eines feinen Teiges gelangt. Wenn es beynah erkaltet ist, so rollet es mit einem Rollholz aus, und schneidet es in kleine Stückchen; sehet aber zu, daß diese Stückchen nicht an einander kleben. Feuchtet eure Hände an, tunket sie sodann ins Mehl, rollet eure Pfannkuchen säuberlich auf, und backet sie. Wann ihr damit fertig seyd, so <109, 473> streuet etwas Zucker darüber, und gießet ein wenig Pomeranzenblüthwasser darauf.

Kleine Reinfarnpfannkuchen.

Gießet ein Nößel Milch siedend heiß auf die Krume eines weißen Schillingbrotes; lasset es eine Stunde stehn, und thut alsdann so viel Reinfarnsaft dazu, daß es davon den Geruch bekommt. Gießet auch ein wenig Spinatsaft dazu, damit es grün werde. Schüttet ferner einen Suppenlöffel voll Ratafiawasser oder Branntwein darein. Versüßet es nach eurem Geschmacke. Reibet die Schale von einer halben Limonie darauf; schlaget vier Eyerdotter hinein, und menget dieß alles unter einander. Thut es zusammen in eine Casserole, und werfet ein Viertel Pfund Butter dazu. Rühret es über einem gelinden Feuer um, bis es recht dick wird. Alsdann nehmet es vom Feuer, und lasset es zwey bis drey Stunden stehen. Darauf tröpfelt einen Löffel voll auf einmahl in eine Pfanne mit siedendem Speck oder Schmalz: und wenn ihr fertig seyd, so reibet Zucker darüber, und gebet Wein, in einem Brühnäpfchen dazu. Garniret die Schüssel mit Pomeranzenstreifen.

Kleine Himbeerpfannkuchen.

Reibet von einem französischen Rollbrödchen die Krume, oder statt dessen ein Paar Neapolitaner Biscuits, und schüttet sie unter ein Nößel siedend heißen Rahms. Wenn es kalt geworden ist, so thut vier sauber ausgeschlagene Eyerdotter dazu. Menget dieses alles mit etwas Himbeersaft gut zusammen; tröpfelt es in ganz kleinen Quantitäten in eine Pfanne mit siedend heißem Speck oder Schmalz. Und wenn ihr damit fertig seyd, so bestecket eure Pfannkuchen mit Streifchen von abgebrühten Mandeln.

Kleine Erdbeerpfannkuchen.

Machet mit Mehl, einem Löffel voll Provencer, oder anderm süßen Oehls, einem Löffel voll weißen Weins, ein wenig geraspelter Limonienschale, und dem Weißen von zwey oder drey Eyern einen <109, 474> Pfannkuchenteig; und machet ihn hübsch locker, so daß ihr ihn mit einem Löffel abtropfen lassen könnet. Mischet einige große Erdbeeren dazu, und lasset einige andere mit einem Löffel auf die heißen Pfannkuchen tropfen. Wann nun diese eine hübsche Farbe bekommen; so nehmet sie heraus, und seiget sie auf einem Siebe ab Habet ihr dieses gethan, so streuet alsdann etwas Zucker darüber, oder glaciret sie, und schicket sie zur Tafel.

Kleine Stachelbeerpfannkuchen.

Nehmet ein halb Nößel Doppelbieres, welches nicht bitter ist, und rühret darunter so viel Mehl, daß es recht dicke wird, nebst einigen Stachelbeeren. Arbeitet es rasch zusammen; haltet Speck siedend heiß in Bereitschaft, und thut einen Löffel voll auf einmahl von obigem Dicken in die Pfanne.

Kleine Pfannkuchen in der Eile zu machen.

Thut ein Stück Butter in eine Casserole, und lasset sie heiß werden. Nehmet ein halb Nößel guten Doppelbieres, und rühret es binnen einem Stündchen nach und nach in die Casserole. Thut einige Corinthen oder klein gewiegte gebackene Aepfel dazu; arbeitet es rasch zusammen, und tröpfelt einen großen Löffel voll auf einmahl in die Pfanne rings umher. Sorget jedoch dafür, daß eure Pfannkuchen nicht an einander kleben. Wendet sie mit einem Eyerspatel um: und wenn sie hübsch braun geworden sind, so leget sie in eine Schüssel; streuet etwas Zucker darüber, und schicket sie heiß auf die Tafel.

Pfannwerk Klassifizierung: 331 ArbeitsökonomieDDC-Icon Klassifizierung: 664.4 LebensmittelsalzeDDC-Icon , in den Salzwerken, der Besitz eines Salzkothes als ein Gewerbe betrachtet; da man denn auch wohl das Zeitwort pfannwerken hat, ein Salzkoth als ein Gewerbe besitzen und nutzen.

Pfarracker, der zu einer Pfarre gehörige, zum Unterhalte des Pfarrers bestimmte Acker. S. im Art. Pfeil-IconLandpfarrer, Th. 61, Pfeil-IconS. 144 fl. und den Art. Pfeil-IconPfarrländereyen.

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Pfarracten, die bey einer Pfarre befindlichen Acten, d. i. die Urkunden und Verhandlungen, welche auf die Pfarrgerechtsame Bezug haben, desgleichen alle Papiere, welche die Amtsführung angehen, u. dergl. S. im Art. Pfeil-IconLandpfarrer, Th. 61, Pfeil-IconS. 340.

Pfarrbauer, ein Dienst= oder Frohnbauer, der den Pfarracker bearbeiten muß. S. im Art. Pfeil-IconLandpfarrer, Th. 61, Pfeil-IconS. 146.

Pfarrbirne Klassifizierung: 634.1 KernobstDDC-Icon , eine Birnart, welche am Stiele und Auge platt gedrückt ist.

Pfarrdienst Klassifizierung: 262 EkklesiologieDDC-Icon , der Dienst, d. i. die Stelle und damit verbundene Obliegenheit eines Pfarrers, am häufigsten im gemeinen Leben; die Pfarre. Einen Pfarrdienst bekommen, eine Pfarre.

Pfarre Klassifizierung: 254 GemeindeverwaltungDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 262 EkklesiologieDDC-Icon , 1. die der geistlichen Aufsicht und Führung eines Pfarrers anvertraute Gemeine, und die in dieser Aufsicht gegründete Würde. Die Stadtpfarre, im Gegensatze der Land= oder Dorfpfarre. Eine Pfarre bekommen, einer solchen Gemeine als Pfarrer vorgesetzt werden. Eine einträgliche, gute, schlechte Pfarre. 2. Die Wohnung des Pfarrers, doch nur im gemeinen Leben.

In den gemeinen oberdeutschen Mundarten in beyden Bedeutungen die Pfarrey, im Nieders. Parre, im Engl. Parish, im Poln. Fara. Es ist schon sehr frühe aus dem Griech. und Lat. Parochia, oder vielmehr Paroecia, von παροικια, entlehnt, und in Pfarre verkürzt worden, denn Kero gebraucht Farruvesan schon für eine Diöces für einen Kirchsprengel. Im Oberdeutschen wird ein Kirchspiel auch die Kirchfahrt genannt, wo die letzte Hälfte doch wohl nur eine zufällige Aehnlicheit des Klanges mit Pfarre hat.

Uebrigens sehe man den Art. Pfeil-IconPfarrer.

Pfarreinkünfte, s. im Art. Pfeil-IconLandpfarrer, Th. 61, Pfeil-IconS. 142 fl. Auch sehe man den Art. Pfeil-IconPfarrzehent.

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Pfarrer Klassifizierung: 254 GemeindeverwaltungDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 395 Etikette (Manieren)DDC-Icon Klassifizierung: 262 EkklesiologieDDC-Icon , ein Geistlicher oder Priester, welchem die geistliche Aufsicht über eine Gemeine und die Verrichtung des öffentlichen Gottesdienstes anvertrauet ist. Wenn mehrere Geistliche einer und eben derselben Gemeine vorstehen, so heißt der erste und vornehmste der Pfarrer, zum Unterschiede von dem Diakonus, da denn jener in manchen Fällen auch wohl der Oberpfarrer genannt wird. Pfarrer werden. Ein Stadtpfarrer, Landpfarrer oder Dorfpfarrer. Dessen Gattinn die Pfarrerinn, die Frau Pfarrerinn, im gemeinen Leben die Pfarrfrau. Im gemeinen Leben wird es auch als ein Ehrenwort eines solchen Pfarrers gebraucht, Herr Pfarrer; wofür in den ober= und niedersächsischen Gegenden das Lateinische Pastor, so wie auch Prediger üblicher ist. Wenn man mit Achtung von einem Pfarrer spricht, so pflegt man statt des Suffixi er auch wohl das Wort Herr anzuhängen; der Pfarrherr.

Im Schwabenspiegel Pharrer, im Nieders. Parrer und zusammen gezogen Parr, auch im gemeinen Leben der Hoch= und Oberdeutschen Pfarr, im Böhm. Farar, im Polnischen Fararz, im Krainerischen Far. Es ist nicht, wie Frisch will, aus Pfarrherr zusammen gezogen, sondern vermittelst des Suffixi er aus Pfarre gebildet.

Von den Obliegenheiten und Gerechtsamen der Pfarrer ist im Art. Pfeil-IconLandpfarrer, Th. 61, Pfeil-IconS. 9 -- 404. ausführlicher gehandelt, so daß ich darüber nichts hinzufügen darf.

Von der Erbverpachtung der Pfarräcker sehe man den Art. Pfeil-IconPfarrländereyen.

Pfarrey, s. Pfeil-IconPfarre.

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