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3. Mantel, der, ein Wort, welches überhaupt den Begriff der Bedeckung hat, und ein Ding <84, 2> bedeutet, welches ein anderes bedecket, aber nur noch in verschiedenen einzelen Fällen üblich ist.

Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon 1) Im Bergbaue ist das Sahlband gleichfalls unter dem Nahmen des Mantels bekannt, entweder so fern es den Erzgang umgibt und ihn gleichsam bedecket, oder auch in der vorigen Bedeutung, so fern es das Letzte, das äußerste des Ganges ist.

Klassifizierung: 634.9 ForstwirtschaftDDC-Icon 2) Im Forstwesen versteht man unter Mantel des Waldes die äußersten Oberbäume, die man um einen Schlag oder ein Holz stehen lässet. Sonst nennt man sie auch Prone oder Saum.

Klassifizierung: 623.1 Befestigungen DDC-Icon 3) In der Kriegsbaukunst ist Mantel (manteau ou enveloppe) eine zusammenhangende Befestigung von Außenwerken. Bey diesen beyden Bedeutungen, und auch bey einigen folgenden, läßt sich gleichfalls der Begriff des Letzten oder Aeußersten vielleicht eben so gut anwenden, als der der Bedeckung.

Klassifizierung: 621.402 WärmetechnikDDC-Icon Klassifizierung: 695 DachdeckungDDC-Icon 4) In der Landwirthschaft wird eine Lage neues Stroh, welche über ein altes Strohdach gelegt wird, ein Mantel genannt. Eben so eine Lage Lehm, um einen Backofen zu bedecken.

Klassifizierung: 671.2 Gießen (Metallguss)DDC-Icon 5) In den Gießereyen ist der Mantel die äußere Form zu den Gußwaaren, welche über den Kern geformt wird, und auch die Schale heißt.

Klassifizierung: 697 Heizungs-, Lüftungs-, KlimatechnikDDC-Icon 6) In den Küchen wird der hervorragende Rand der Feuermauer über den Herd, welcher den Rauch fasset und ihn in den Schlund der Feuermauer leitet, so wohl der Mantel als der Schurz genannt. Auch die Kamine haben mehrmahl solche Mäntel, und oft wird die ganze vordere obere Wand eines Kamines der Mantel genannt.

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7) Das Behältniß, worin eine Treppe in die Höhe geht, wird an einigen Orten Mantel, auch Treppenhaus genannt. S. Manteltreppe unter Pfeil-IconTreppe.

Klassifizierung: 595.78 Lepidoptera (Schmetterlinge)DDC-Icon Klassifizierung: 594 Mollusca (Weichtiere) und Tentaculata (Kranzfühler)DDC-Icon 8) In der Naturgeschichte werden einige Schmetterlinge und Muscheln mit dem Nahmen Mantel belegt; z. B. bandirter Mantel ist der Papilio Cinxia Linn.; bunter Mantel, Papilio Hypermnestra Linn.; glatter Mantel (eine Kammmuschel) Ostrea glabra L. &.

Klassifizierung: 391 Kleidung und äußeres ErscheinungsbildDDC-Icon 9) Am üblichsten ist dieses Wort von einem weiten Kleidungsstücke gemeinhin ohne Aermel, welches über die gewöhnliche Kleidung getragen wird, und von verschiedener Länge ist. Im Mantel gehen. Den Mantel umnehmen. Den Mantel nach dem Winde hängen, sich in die Zeit schicken, eine von den kurzen Reisemänteln hergenommene Figur.

Auch die Saloppen des andern Geschlechts sind eine Art Mäntel, wiewohl man nur diejenigen, welche Personen geringeren Standes zu tragen pflegen, Mäntel nennt.

Wenn man einen Mannsmantel zum Zuschneiden zeichnen will, legt man das Tuch nicht über einander, sondern in seiner ganzen Breite aus einander. Hierauf nimmt man zwey Mittelpunkte, den einen auf einer Seite in der vierten Elle, den andern auf der andern Seite in der sechsten Elle. Von jedem Mittelpunkte ziehet man einen halben Zirkel; diese beyden halben Zirkel, die im Durchschnitt ohngefähr drittehalb Elle erhaben werden, müssen mitten auf dem Zeuge zusammen stoßen. Man schneidet um jeden Mittelpunkt einen kleinen halben Zirkel, von einer guten halben Elle im Durchschnitt, zur Oeffnung am Halse; dieses giebt den Kragen.

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Man theilt diese Mäntel übrigens in halbe, Dreyviertel= und ganze Mäntel ein. Ganze Mäntel sind solche, die einen ganzen Kreis bilden, wenn man sie auf dem Boden ausbreitet. An den Dreyviertel=Mänteln fehlt vorn ein Ausschnitt von 90 Graden, und die halben bilden, wenn sie auf dem Boden ausgebreitet liegen, nur einen halben Zirkel.

Nach der verschiedenen Form und Bestimmung erhalten die Mäntel noch verschiedene Nahmen von denen hier die vorzüglichsten folgen. Auf die vielen Abänderungen der Modesüchtigen, und deren Nahmen kann man sich nicht gut einlassen, da diese doch zu kurze Zeit gebräuchlich sind. --

Mantel (bandirter) s. oben, Pfeil-IconS. 3.

Mantel (bunter) s. oben, Pfeil-IconS. 3.

Mantel (Chor=) eigentlich Kaiserlicher Chor=Mantel oder Pluviale, ein Theil des Ornates eines römischen Kaisers, s. im Art. Pfeil-IconKrönen, Th. 53, Pfeil-IconS. 735. und H. PfeiliconFig. 3152. daselbst.

Mantel (churfürstlicher oder Kur=) ein mit Hermelin ausgeschlagener rother Mantel der Kurfürsten. S. unter Pfeil-IconKur=Habit, Th. 56, Pfeil-IconS. 668.

Mantel (Deck=) s. in Pfeil-IconD. Th. 9, Pfeil-IconS. 28.

Mantel (erzbischöflicher oder päbstlicher) ist eigentlich kein Mantel, sondern eine Art von Binde. S. Pfeil-IconPallium.

Mantel (Haar=) s. in Pfeil-IconH. Th. 20, Pfeil-IconS. 534.

Mantel (Jäger=) eine Art Kammmuschel, s. in Pfeil-IconJ. Th. 28, Pfeil-IconS. 565.

Mantel (Kaiserlicher) s. Pfeil-IconChormantel, hier oben.

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Mantel (Königs=) eine Art Kammmuschel, Ostrea Pallium Linn.

Mantel (Kur=) s. churfürstlicher Mantel, oben, Pfeil-IconS. 4.

Mantel (Mauer=) s. Pfeil-IconFuttermauer, Theil 15, Pfeil-IconS. 590.

Mantel (Nacht=) s. Pfeil-IconHaarmantel, Theil 20, Pfeil-IconS. 535.

Mantel (päbstlicher) s. erzbischöflicher Mantel, oben, Pfeil-IconS. 4.

Mantel (Puder=) s. in Pfeil-IconP.

Mantel (Regen=) der Römer, Lacerna, s. im Art. Pfeil-IconKleid, Th. 40, Pfeil-IconS. 61. und Lacerna, Th. 58, Pfeil-IconS. 156.

Mantel (Reise=) Klassifizierung: 391 Kleidung und äußeres ErscheinungsbildDDC-Icon ist so viel als Mantel überhaupt, da man bey uns die Mäntel vorzüglich nur auf Reisen trägt.

Mantel (Schorstein=) s. oben, Pfeil-IconS. 2. unter 3. Pfeil-IconMantel, n. 6. und Pfeil-IconSchurz.

Mantel (Soldaten=) s. in Pfeil-IconS.

Mantel (spanischer) Klassifizierung: 364.6 StrafvollzugswissenschaftDDC-Icon eine Art Leibesstrafe, welche in einem tiefen und schweren Zober besteht, welchen der Schuldige vermittelst eines in dem Boden befindlichen Loches auf den Achseln trägt. Diese Art der Strafe ist unter andern in Schlesien, als eine der Gesundheit schädliche und gefährliche Strafe abgeschafft. S. Rescript vom 4. Febr. 1751. in der Samml. schles. Ord. B. 4. S. 100.

Eine ähnliche Art ist der Cangue der Chineser. Dühalde II. S. 158. u. Allg. Reisebeschr. VI. S. 488.

Mantel (Trauer=) s. in Pfeil-IconT.

Mantel der alten Griechen, s. unter Pfeil-IconKleid, Th. 40, Pfeil-IconS. 31.

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Mantel der alten Weltweisen, siehe daselbst, Pfeil-IconS. 33.

Mantel der Pharisäer bey den alten Juden, Arba Canphos, s. im Art. Pfeil-IconJude, Theil 31, Pfeil-IconS. 478.

Mantel der heil. Kunigunde, s. unter Pfeil-IconKunigunde, Th. 55, Pfeil-IconS. 78. und Pfeil-IconKunstkammer das. Pfeil-IconS. 415.

Mantele Klassifizierung: 929.6 WappenkundeDDC-Icon und Mantile, s. Pfeil-IconServiette. Das franz. Wort mantelé heißt in der Wapenkunst mit einem Mantel umhangen.

Mantelende Klassifizierung: 381 HandelDDC-Icon Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , das, eben so viel als 2. Mantel, oben, Pfeil-IconS. 1. Den Tüchern, die für den Handel bestimmt sind, wird ein Mantelende, auch Vorschuß, angewebet, welches dem Kaufmann, der davon die Proben für die Käufer abschneidet, nicht angerechnet wird.

Mantelet Klassifizierung: 391.04 Kleidung nach BerufsgruppenDDC-Icon , ist eine Art kleiner Mäntel, die die Bischöfe über das Chorhemde, und eine andere Art, die vordem die Rectores auf Universitäten zu tragen pflegten.

Klassifizierung: 355 MilitärwissenschaftDDC-Icon Mantelet ist aber auch eine Art der Schutzwehr oder Bedeckungen im Kriege. Sie sind entweder einfach, und bestehen aus zweyen oder dreyen starken eichenen Bohlen, werden bis drey Fuß breit und fünf Fuß lang gemacht, und mit Blech beschlagen. Wenn man auf der Bresche oder Contrescarpe Posto fassen will, so werden sie von den Soldaten vor sich her getragen, und an dem Orte zwey und zwey gegen einander gelehnt, daß sie gleichsam ein Dach machen, und den Arbeiter vor Granaten und Feuerwerken bedecken. Oder sie sind doppelt, und bestehen aus zweyen parallel gegen einander geschlagenen breternen Wänden, deren Zwischenraum mit Erde oder anderem zähen Zeuge stark <84, 7> ausgestopft ist. Sie werden auf Blockräder gesetzt, damit man sie leichter fortschieben könne, und zur Bedeckung bey Verfertigung der Laufgräben und Batterien gebraucht.

Mantelfahren Klassifizierung: 133 Einzelne Themen der Parapsychologie und des OkkultismusDDC-Icon Klassifizierung: 793 Spiele und Freizeitaktivitäten für drinnenDDC-Icon , das, die Benennung einer vormahligen seyn sollenden Art der Zauberey.

Mantelgriff Klassifizierung: 394 Allgemeine BräucheDDC-Icon Klassifizierung: 305.6 Religiöse GruppenDDC-Icon , ist bey den Juden eine Art der höchsten Betheuerung, die sie fester halten sollen, als einen Handschlag oder Eidschwur. Bey ihren Contracten und Vergleichen pflegen sie einander nicht leicht die Hände zu geben oder zu schwören, sondern einer reichet dem andern den Zipfel seines Mantels oder langen Rocks, und auf solchen Mantelgriff werden Contracte von vielen Tausend Thalern geschlossen.

Mantelhuhn Klassifizierung: 598.63 Tetraonidae (Raufußhühner)DDC-Icon , Tetrao togatus Linn., eine in Canada einheimische Art Berghühner, die an den Schultern längere Federn hat, welche gleichsam wie ein Mantel herabhangen.

Mantelkind Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 346.017 Eltern und KindDDC-Icon , ein größtentheils veraltetes Wort, ein vor der priesterlichen Einsegung gezeugtes uneheliges Kind zu bezeichnen, weil die Mutter solche vordem bey der nachmahligen Trauung unter ihren Mantel nehmen mußte, wenn sie als ächte und rechtmäßige Kinder angesehen werden sollten.

Klassifizierung: 400 Sprache DDC-Icon Im Schwed. heißen sie Skötsätubarn, so fern sie unter der Trauung auf dem Schoße des Vaters oder der Mutter saßen.

Mantelkirsche Klassifizierung: 634.2 SteinobstDDC-Icon Klassifizierung: 583.73 RosalesDDC-Icon , eine Art braunrother Gartenkirschen mit kleinen Steinen, und von angenehmen Geschmacke, welche unter ihren Blättern, wie unter Mänteln bedeckt hangen.

Mantelkrähe, s. unter Pfeil-IconKrähe, Th. 46, Pfeil-IconS. 510.

Mantelmewe, Larus marinus Linn., s. unter Pfeil-IconMewe.

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