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Eyer=Kuchen Klassifizierung: 641.815 Brot und brotartige LebensmittelDDC-Icon , ein in der Pfanne oder in einem Tiegel gebackener Kuchen, dessen vornehmster Bestandtheil aus Eyern bestehet; in den verschiedenen Mundarten ein Eyerfladen, Eyerplatz, Pfannkuchen u. s. f. Fr. Aumelette, Omelette, Frittade, Nule, Pupelin. Die Eyerkuchen entstehen aus den gerührten Eyern, wenn man sie ohne Umrühren backen läßt, wiewohl denselben <11, 785> Zwiebeln, Speck und allerley andere Zuthat von Einigen beygefüget wird.

Klassifizierung: 663.2 WeinDDC-Icon Die Weinschenken und Weinhändler verstehen unter Eyerkuchen, Eyer, die sie mit dem Dotter, dem Weißen und den Schalen zusammen zerstoßen, und also alles mit einander durch das Spundloch in ein Faß Wein schütten, um ihn dadurch klar zu machen, wenn er allzulange trübe bleibt.

Diese Art den Wein klar und helle zu machen, ist nur für die dicken und beschlagenen Weine dienlich, welche der Fisch=Leim nicht angreift. Es ist auch eine sehr unschuldige und der Gesundheit keinesweges nachtheilige Erfindung.

Eyerlesen, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 768.

Eyerlinsbirnen, siehe Pfeil-IconElsebeere.

Eyer=Milch Klassifizierung: 641.675 Eier DDC-Icon . Es werden 5 Eyer in 1 Quart gute Milch genommen, stark geklopfet, und in eine Pfanne gethan, sodenn über das Feuer gesetzt und umgerührt, bis es siedet. Hierauf nimmt man es vom Feuer weg, gießt es in einen glasurten Topf, und rührt es an einem kühlen Orte, bis es recht kalt wird. Man thut auch wohl ein wenig Salz dazu.

Eyer=Müldchen, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 764.

Eyer=Mus, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 778.

Eyer=Näpfchen, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 764.

Eyer=Oehl, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 780.

Eyer=Pflanze Klassifizierung: 635.6 Frucht- und SamengemüseDDC-Icon Klassifizierung: 583.952 Solanaceae (Nachtschattengewächse)DDC-Icon , Eyerbaum, Solanum pomiferum, Melongena, Fr. Mayenne, eine Art von Nachtschatten, davon es 4 verschiedene Unterarten gibt:

1. Eyerpflanze mit einer länglicht unden violetfarbigen Frucht, Melongena fructu oblongo violaceo Tourn. Melongena oblonga (ovata) caule inermi herbaceo, foliis oblongo-ovatis, tomentosis, integris, fructu ovato Mill. Diese Sorte wächset in Asien, Africa und America wild, wo die Einwohner gemei<11, 786>niglich die Frucht essen. In Spanien ziehet man sie in den Gärten, als eine eßbare Frucht, unter dem Nahmen Barenkeena. Die Türken, welche die Frucht ebenfalls essen, nennen sie Badinjan, die Italiäner Melanzana, und die Einwohner der brittischen Inseln in America Brown John, oder Brown Jolly. Im Deutschen wird die Frucht Tollapfel, auch Melanzanapfel, genannt.

Es ist dieses eine jährige Pflanze mit einem Krautartigen Stängel, welcher holzicht und 2 bis 3 Fuß hoch wird. Er treibt verschiedene Nebenzweige, die mit länglich=eyrunden, 7 bis 8 Zoll langen, und 1 Zoll breiten Blättern besetzt sind. Sie sind wollicht, und ihr Rand ist seicht ausgeschweift, aber nicht gezahnt. Sie stehen ohne Ordnung auf sehr dicken Stielen. Die Blumen kommen einzeln, neben an den Seiten der Zweige hervor, haben einen dicken fleischichten Kelch, welcher aus einem einzigen Blatt besteht, welches tief in 5 spitzige Abschnitte zertheilt ist, die sich in Gestalt eines Sterns ausbreiten, und auf der äußern Seite mit starken Stacheln bewaffnet ist. Sie sind blau, und die Kölbchen, welche mitten auf dem Boden der Blume mit einander verbunden sind, gelb. Auf die Blumen folgt eine eyrunde fleischichte Frucht, welche die Gestalt und Größe eines Schwaneneyes hat, auf der einen Seite dunkel=purpurroth, auf der andern aber weiß ist. Die Blumen kommen im Jun. und Julius zum Vorschein, und die Frucht wird im September reif.

Von dieser Sorte giebt es drey Varietäten, nähmlich mit einer weißen, mit einer gelben, und mit einer bleichrothen Frucht.

2. Eyerpflanze mit einer spitzigrunden violetfarbigen Frucht, Melongena fructu tereti violaceo Tourn.<11, 787>Melongena (teres) caule inermi herbaceo, foliis oblongo-ovatis tomentosis, fructu tereti. Diese Sorte ist von der ersten, in Ansehung der Gestalt der Frucht, unterschieden, welche insgemein 8 bis 9 Zoll lang, langrund und schmal ist. Die Pflanze wird 2 1/2 Fuß hoch, hat einen unregelmäßigen Wuchs, und ist sehr ausgebreitet. Der Stängel ist rund, dick und rauch. Die Blätter sind groß, und stehen an langen Stielen. An dem untern Ende sind sie breit, an der Spitze schmäler und irregulär, an ihren Rändern wellenförmig, haaricht und blaßgrün. Die Blumen haben keine besondere Schönheit; sie sind mäßig groß und schmutzig weiß, mit mehr oder weniger Purpur schattiert. Die darauf folgende Frucht ist von der Größe eines Hühnereyes, weiß, weich und saftig.

Von dieser Sorte gibt es zwo Varietäten, mit einer purpurrothen, und mit einer weißen Frucht.

3. Eyerpflanze mit einer gekrümmten Frucht, Melongena fructu incurvo Tourn. Melongena (incurva) caule inermi herbaceo foliis oblongis sinuatis tomentosis, fructu incurvo Mill. Diese Art unterscheidet sich von den zwo erstern durch die Gestalt ihrer Blätter, welche am Rande tief ausgeschweift sind. Die Frucht ist länglichrund und gebogen, sieht gelblich aus, und ist an dem Ende dicker, als an irgend einem andern Theile.

4. Eyerpflanze mit dornichter oder stachelichtes Frucht, Solanum pomiferum fructu spinoso L. B. Melongena (spinosa), foliis sinuatis laciniatis, fructu tereti, caule herbaceo Mill. Diese Sorte wächset in Indien. Sie ist von der ersten völlig unterschieden. Der Stängel und die Blätter sind mit sehr starken Stacheln besetzt. Die Blätter sind größer und an den Seiten tief gekerbt. Die Blumen sind ansehnlicher, und <11, 788> haben eine dunklere blaue Farbe. Die Frucht ist lang, dünnspitzig und weiß.

Man ziehet die Eyerpflanze aus dem Samen, welcher zeitig, im März, auf ein gemäßigtes Mistbeet gesäet wird. Wenn die Pflanzen aufgegangen sind, versetzt man sie auf ein anderes Mistbeet, etwa 3 oder 4 Zoll aus einander; wobey zu beobachten ist, daß man sie begieße und im Schatten erhalte, bis sie Wurzel geschlagen haben. Nachher muß man ihnen bey warmen Wetter viel Luft geben, sonst werden sie sehr schwächlich. Wenn sie aber so stark geworden sind, daß sie das Gerähme anfüllen, welches um die Mitte oder zu Ende des Maymonaths geschehen wird, muß man sie in ein gutes fettes Land, 2 Fuß von einander, oder auf die Rabatten des Lustgartens, in gleicher Entfernung von andern Pflanzen, setzen. Beym Ausheben muß man so viel Erde, als möglich, an den Wurzeln laßen, weil sie sonst leicht eingehen. Wenn die Früchte zum Vorschein kommen, muß man sie stärker begießen, aber nicht auf einmahl überschwemmen, sondern mäßig und desto öfter befeuchten. Die Schönheit dieser Pflanze besteht in der Größe ihrer Frucht, und diese ist größtentheils eine Folge des gehörigen Maßes, und zu gleichen Theilen gegebenen Wassers, wie auch der Auswahl eines guten Erdreiches.

Klassifizierung: 635.9 Blumen und ZierpflanzenDDC-Icon In Deutschland werden diese Pflanzen in den Lust= und botanischen Gärten bloß aus Curiosität gezogen, indem niemand bey uns die Früchte gebraucht.

Klassifizierung: 641.656 Frucht- und SamengemüseDDC-Icon In Africa, wie auch in dem südlichen Theile von Frankreich, wird die Frucht auf folgende Art zum Genuß zubereitet. Man schneidet sie in der Mitte durch, nimmt das mittelste harte mit den Kernen heraus, lößt sie auf dem Rost über einem gelinden Feuer etwas braten, und bestreicht sie mit Oehl oder Butter; zugleich werden <11, 789> sie mit Pfeffer und Salz, auch wohl mit andern starken Kräutern bestreuet; oder, man leget eine Sardelle hinein, welche in Baumöhl schmelzen muß. Diese Zurichtung mindert das Ekele dieser Frucht sehr, und die Gewohnheit macht sie endlich annehmlich.

Klassifizierung: 641.656 Frucht- und SamengemüseDDC-Icon Andere rösten sie, nachdem sie auf die vorhin beschriebene Art zugerichtet worden, in einem Ofen zwischen zwo Schüsseln, oder auch in einer Tortenpfanne; und auf diese Weise wird sie nicht so leicht räucherig.

Klassifizierung: 641.656 Frucht- und SamengemüseDDC-Icon In Frankreich pflegt man sie am gewöhnlichsten in einem Teige, wie die Artischocken, zu backen. Man nimmt, in dieser Absicht, junge Früchte, schneidet sie der Länge nach in dünne Scheiben, leget sie alsdenn auf eine Schüssel, und bestreuet sie mit Salz. In diesem Zustande läßt man sie 5 bis 6 Stunden, während welchen das Salz zergeht, und zugleich die schlimme Feuchtigkeit aus der Frucht ziehet, welche als ein schwarzer Saft heraus läuft. Man läßt den Saft abtröpfeln, und drückt aus dem übrigen Fleische vollends den wässerigen Saft heraus; sodenn thut man sie in den Teig, und endlich in die Pfanne.

Klassifizierung: 641.656 Frucht- und SamengemüseDDC-Icon Sie sind auch am Fleische im Ragout sehr delicat zu essen, da sie denn vorher geschält, und 2 bis 3 Stunden in frischem Wasser gewässert werden. Man thut sie aber nicht eher in das Ragout, als eine halbe Stunde vorher, ehe man sie vom Feuer nimmt; wenn sie länger darinn kochen, werden sie zu Brey.

Klassifizierung: 641.61 Kochen mit konservierten LebensmittelnDDC-Icon Klassifizierung: 641.4 Konservierung und Lagerung von LebensmittelnDDC-Icon Um sie auf den Winter zu verwahren, werden sie auf folgende Art getrocknet. Man schneidet sie, nachdem man sie vorher abgeschälet hat, in Fingers=dicke Scheibchen, wirft sie einen Augenblick in siedend Wasser, nimmt sie heraus, und leget sie auf Horden an die Sonne. Sodenn bringt man sie in den Backofen, wenn er laulich ist, und wiederhohlt solches etliche mahl, bis sie ganz trocken sind. Hierauf verwahrt man sie an einem trocknen Orte. Wenn man sie zum Essen nehmen will, läßt man sie in laulichem Wasser wieder aufweichen.

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Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon In der Arzeneykunst braucht man in Frankreich die Pflanze und Frucht äußerlich bey Entzündungen, beym Krebse, bey Brandschäden, bey der goldenen Ader, und zu Linderung der Schmerzen.

Vollständ. Unterr. von Küchengewächsen, Lpz. 1756, 8. S. 552--558.

Hanows Seltenh. der Natur und Oekon. 2 Band, S. 145--150.

v.Münchhausen Hausvater, 3 Th. 3 St. S. 616.

Rammelt gemeinnütz. Abhandl. 2 Th. S. 112, f.

Eyer=Pflaume, eine Art großer gelber Pflaumen, welche auch gelbe Malonken oder Maronken genannt werden; siehe unter Pfeil-IconPflaume.

Eyer=Platz, siehe Pfeil-IconEyer=Kuchen.

Eyer=Rühr, siehe oben S. Pfeil-IconS. 763.

Eyer=Salbe, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 779.

Eyerschälchen, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 764.

Eyer=Schale, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 736, Pfeil-Icon760, Pfeil-Icon776, f. und Pfeil-Icon781.

Eyer=Schwamm, siehe Pfeil-IconPfifferling.

Eyer=Sohle Klassifizierung: 394.26 FeiertageDDC-Icon Klassifizierung: 664.4 LebensmittelsalzeDDC-Icon , in dem Salzwerke zu Halle, Sohle, welche den Amtsknechten zum Besten vor Ostern, an statt der Ostereyer, versotten wird.

Eyerstock, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 735.

Eyer=Suppe Klassifizierung: 641.813 SuppenDDC-Icon . Man zerklopft drey Eyer mit etwas Butter, in 1/2 Quart siedend Wasser, oder mit halb Fleischbrühe und halb Wasser, nachdem man solches vorher mit ein wenig Salz, Pfeffer und geriebener Muscatennuß gewürzet hat, rühret die Eyer in der siedenden Brühe, läßt es noch einen Sud thun, und richtet es sodann über ein aufgeschnittenes weißes Brod an.

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Klassifizierung: 641.813 SuppenDDC-Icon Eine noch bessere Bereitung ist, wenn man, statt der Gewürze, etwas Landwein und Citronensäure mit Zucker zu dieser Eyersuppe thut. Sie schmeckt sehr angenehm, und ist überaus herzstärkend.

Siehe auch Pfeil-IconEyergerste.

Eyer=Topf, siehe oben, S. Pfeil-IconS. 736, in der Anmerkung.

Eyer=Torte Klassifizierung: 641.865 FeingebäckDDC-Icon . Man verrührt das Gelbe von 8 Eyern, mit 1/2 Nößel Sahne, und 3 Löffel voll feinen Mehl; läßt ein Stück Butter, so groß als ein Ey, in einer Pfanne zerfließen, doch so, daß es nicht heiß wird, thut die Eyer darein, und macht sie, wie ein Gerührtes, auf das allerkleinste. Sodenn thut man sie in ein Geschirr, läßt sie erkalten, versüßt sie mit Zucker und Rosenwasser, und thut kleine Rosinen darein; macht ferner einen mürben Boden mit einem aufgerichteten Rande fertig, leget das Angerührte darauf, bedeckt es mit einem weitläuftig geschnittenen Deckel, und läßt es, nach dem Brode, im Ofen backen.

Eyer=Würstchen Klassifizierung: 641.675 Eier DDC-Icon Klassifizierung: 641.82 HauptgerichteDDC-Icon . Man macht zuvörderst eine Klare aus einigen Eyern, ein Par Messerspitzen voll Mehl, Salz, und 2 Löffeln Sahne mit etwas Muscaten=Blüthe, und bäckt daraus in einem Tiegel, oder solchen Eisen, dünne Eyerplätze wie Plinsen. Alsdenn macht man folgende Fülle zu den Würstchen. Man schneidet eine gebratene Kalbsniere ganz klein, thut geriebene Semmel, Ingber, Citronenschalen nebst ein wenig Salz dazu, mischet alles wohl durch einander, wozu auch kleine Rosinen und geschnittene Mandeln genommen werden können, schlägt zwey Eyerdotter daran, und gießt 2 Löffel voll gute Milch hinzu. Mit dieser Fülle werden sodann die gemachten Eyerplätzchen bestrichen, und wie Würstchen zusammen gerollet. Endlich bestreichet man eine Schüssel mit frischer Butter, leget die Würstchen ordentlich darein, gießt gute <11, 792> Fleischbrühe darüber, wie auch etwas Wein, Citronenschalen und Muscatenblumen, läßt es langsam auf einem Kohlfeuer kochen, und bestreuet bey dem Auftragen die Würstchen mit Zucker.

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