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* Agrafe Klassifizierung: 391.7 SchmuckDDC-Icon Klassifizierung: 739.2 Arbeit mit EdelmetallenDDC-Icon Klassifizierung: 736 Schnitzen und SchnitzereienDDC-Icon Klassifizierung: 729 Entwurf und Gestaltung von Gebäuden und NebengebäudenDDC-Icon Klassifizierung: 746.412 KorbflechtenDDC-Icon , Agraffe, heißt bei den Bildhauern eine Zierat an dem Schlusse eines Bogens, eines Fensterrahmens, einer Thüre, eines Spiegels, eines Bilderrahmens, u. d. gl. Sonst ist Agraffe ein von Silber, Gold, oder anderer Materie gemachter einfacher oder doppelter Haaken, der mit allerhand Zieraten versehen, und mit Juwe<1, 451>len besetzt ist. Bei den Korbmachern heißt Agraffe die Handhebe oder der Henkel, so an beiden Seiten eines Tragkorbes oben angeflochten ist; ingleichen der gewundene Kranz, der das übrige Geflechte zusammenhält.

Agrest Klassifizierung: 641.62 Kochen mit Getränken und deren DerivatenDDC-Icon Klassifizierung: 664.5 AromastoffeDDC-Icon Klassifizierung: 641.4 Konservierung und Lagerung von LebensmittelnDDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon , L. Agresta, Omphacium, Fr. Verjus, nennet man sowohl unreife Trauben, als auch den daraus gepreßten Saft, welcher durch ein Tuch oder Papier geseiget, und in zugespündete Fäßlein oder Bouteillen gethan wird. Wenn er lange dauern soll, darf man nur oben ein wenig frisches Baum= oder Mandel=Oel darüber gießen, damit er nicht kahnig werde, oder schimmle und verderbe. Man gebrauchet ihn in den Küchen anstatt des Essigs, welchen er in der Kühlung weit übertrifft, (indem der Essig nebst seinen kühlenden Theilen zugleich eine Hitze und Schärfe in sich hält,) an Speisen, und als eine Arzenei in hitzigen Krankheiten zur Kühlung. In den Apotheken wird ein Syrup davon bereitet, welcher eine kühlende und stopfende Kraft hat, in giftigen Krankheiten dienet, der Fäulnis widerstehet, die Hitze, den Durst, Gallenfieber, den Durchlauf und das Erbrechen stillet.

Klassifizierung: 641.648 WeintraubenDDC-Icon Klassifizierung: 641.4 Konservierung und Lagerung von LebensmittelnDDC-Icon Agrest, nennet man auch die sauern Weinbeeren, wenn sie folgendergestallt eingemacht worden. Man bricht nehmlich die sauern und annoch harten Weinbeeren fein gemach von dem Kamm oder von den Stengeln ab, damit sie nicht aufspringen; darnach wäscht man sie sauber, und trocknet sie wieder auf einem Tuche, thut sie in einen reinen Topf, gießet abgesottenen und abgekühlten Essig darauf, und beschweret nachgehends die Beeren mit etwas Gewicht, damit sie von der Luft nicht anlaufen. Sie sind anstatt der Oliven zu gebrauchen. Etliche sieden auch die Weinbeeren mit dem Essig zugleich.

Klassifizierung: 641.4 Konservierung und Lagerung von LebensmittelnDDC-Icon Klassifizierung: 641.2 Getränke DDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Endlich heißt man auch Agrest den gesottenen Saft von grünen und noch harten Weintrauben, welche erstlich gepresset, hernach der Saft davon mit Zucker vermenget, und wohlgesotten, darauf, wenn er wie ein Julep ist, <1, 452> das Gelbe von Citronen gerieben, darein geschüttet, noch einmahl anfgesotten, und, wenn es erkühlet, in ein Glas gegossen, und aufbehalten wird. Dergleichen Saft sollte ein Hausvater beständig im Hause halten, weil er in heftigem Durst zur Erndtezeit seinen Knechten und Mägden, auch im Zufall hitziger Krankheiten, damit dienen kann, wenn ein wenig davon mit frischem Wasser abgerührt, und davon getrunken wird.

Eigentlich ist der Agrest nur in den Weinländern gebräuchlich; wo aber kein Wein wächst, gebrauchet man an dessen Statt die ausgepreßten Säfte etlicher, theils ausländischer, theils einheimischer, Früchte. Von den ausländischen nimmt man dazu Citronen, Limonien, Pomeranzen, Apfelsinen, und Granaten; von den einheimischen aber: Johannis= Stachel= Rauch= Berberis= und Himbeeren. In der Schweiz bereiten die Bauern dergleichen aus Holzäpfeln, so sie Bouschines nennen.

Klassifizierung: 641.648 WeintraubenDDC-Icon Klassifizierung: 641.4 Konservierung und Lagerung von LebensmittelnDDC-Icon Um einen Agrest oder Verjus zu machen, wählet man die größten und zwar unreifen, Trauben, die jedoch bereits in ihrer vollen Dicke stehen, aber noch nicht süß sind. Man wäget erstlich die Beeren, wenn man sie von den Stengeln gepflücket, schneidet sie der Länge nach auf, nimmt alle Körner heraus, wirft sie in kaltes Wasser, läßt sie mit gar wenigen Wasser aussieden, und thut nur soviel Salz, als man zwischen zween Fingern halten kann, hinzu, oder aber noch einmahl soviel Salpeter, damit sie ihre grüne Farbe behalten. Hierauf nimmt man die Weinbeeren vom Feuer, bedeckt sie mit einem leinenen Tuche, und läßt sie also in ihrem Wasser erkalten. Nachher nimmt man sie aus dem Wasser, läßt sie abtröpfeln, und leget sie in Puderzucker, thut auch etwas von dem ausgedrückten Saft darzu, daß der Zucker davon schmelze. Hiernächst condiret man sie in einem Sude; denn, wenn man sie vom Feuer nähme, und wieder darauf setzte, würden sie viel von ihrer Farbe verlieren. Sind sie nun dick genug gesotten, so nimmt man sie vom <1, 453> Feuer, und gießet sie in irdene Töpfe, damit sie nicht zu lange in der Pfanne stehen, und ihre Farbe hierdurch verlieren. Wenn sie nun in ihren Zuckergläsern oder Töpfen sind, macht man es mit ihnen eben so, wie mit den Kirschen. Jedes Pfund solcher Früchte erfordert ein Pfund Zucker.

Agricola, Ackermann, Landmann; siehe Pfeil-IconBauer.

Agricultura, siehe Pfeil-IconAckerbau.

Agrifolium, Stechpalmen, siehe Pfeil-IconIlex.

Agrimensor, siehe Pfeil-IconAcker=Messer.

Agrimonia Klassifizierung: 583.73 RosalesDDC-Icon , Eupatorium vulgare, & LINN. Eupatorium verum, Eupatorium veterum, Eupatorium DIOSCOR. & aliorum Graecorum, Eupatorium Graecum, Hepatorium, Hepatitis, Lappula nepatica, Marmorella, Concordia, Volucrum majus; Fr. Agrimoine, Aigremoine, Eupatoire; T. Odermennige, Adermennige, Adermenge, Adermening, Adlermenig, Agermenig, Agermennige, Agrimonie, Agrimonienkraut, Bruchwurz, Heil aller Welt, Königskraut, Leberklette, Ottermennige, Steinwurzel. Die gemeine, oder in der Medicin gebräuchliche Odermennige, Agrimonia (Eupatoria) foliis caulinis pinnatis, impari petiolato, fructibus hispidis, LINN. H. C. 179, hat einen bleich=grünen, und mit langen Haaren besetzten, Stengel. Längs demselben stehen, in gleichen Entfernungen, fast beständig in abwechselnder Ordnung, Blätter, die aus mehrern Reihen von Blättlein einander gegenüber stehen, welche an ihren Rändern tief zerkerbt, mit Haaren besetzt, unterwärts weiß, mit Roth eingefaßt, beinahe oval, an ihrem äussersten Ende spitzig, und ohne Stielchen, sind. Ihr gemeinschaftlicher Nerve endiget sich in ein einziges Blättlein. Zwischen jeder Reihe befinden sich noch andere kleinere Blättlein in verschiedenen Gegenden. Der Stengel wird ungefähr anderthalb Schuh hoch. Es endiget sich derselbe in eine lange, etwas weitläuftige, Aehre, welche aus gelben Blu<1, 454>men bestehet, die im Julius zum Vorschein kommen, und noch im September vorhanden sind. Der Blumenkelch bestehet aus einem Blatt, welches in fünf spitzige Abschnitte getheilt ist, und auf dem Eierstocke ruhet. Jede Blume ist regulair, vier bis fünf Linien breit, und hat fünf Rosen=förmige Blättlein, welche flach, an ihrem äussersten Ende gezahnt, und an ihrer Basis, wo sie in dem Kelche stecken, schmal sind. Aus dem Mittelpuncte kommt ein zweyfacher Griffel hervor, der auf dem Eierstocke ruhet, und mit zwölf dünnen Staubfäden begleitet ist, auf denen sich oben doppelt=zusammengedrückte Kölblein befinden. Wenn die Blume weg ist, so wird aus dem Eierstock eine ungefähr drey Linien lange, wie eine Bürste eingekerbte, Frucht, fast wie eine Birn, deren Spitzen einen Haken formiren. Diese Frucht ist inwendig in zwo Abtheilungen abgesondert, deren jede ein länglichtes und rundliches Saamenkorn in sich schließet.

Diese Pflanze wächset an den Wegen, um die Zäune und Hecken, auf ungebaueten Feldern, wie auch in Wäldern, wild. Sie vermehret sich aus dem Saamen, und durch das Abtheilen ihrer Wurzeln.

Diese Sorten sind dauerhafte, bleibende Pflanzen, welche auf jedem Boden und in allen Lagen fortkommen, auch keine andere Wartung erfordern, als daß man sie von dem Unkraute befreiet. Man kann sie durch das Abtheilen ihrer Wurzeln fortpflanzen, welches im Herbst geschehen mus, wenn ihre Blätter abzufallen anfangen, damit die Pflanzen noch vor dem Frühjahr wohl erstarken können. Andere thun dieses im März. Man mus sie zween Schuh von einander setzen, damit ihre Wurzeln Platz bekommen, sich auszubreiten. Man kann sie auch aus dem Saamen ziehen, den man aber im Herbst aussäen mus; denn, wenn sie bis in den Frühling ausser der Erde bleiben, so kommen sie in demselben Jahre selten zum Vorschein.

Man rühmet sie vorzüglich in dem Blutharnen.

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*Die Odermenge trägt, wenn die Blümlein vergangen sind, kleine rauhe Kletten, welche, gleich den ordentlichen Kletten sich anhängen, worinn die Saamenkörnlein befindlich sind.

Sie wächst auch häufig auf trockenen Wiesen, und giebt wenig, und wegen des holzigen Stengels, den sie in der Heuerndte hat, kein gutes Heu, indem die kurzen und meistens auf der Erde aufliegenden Blätter nicht wohl mit abgehauen werden können. Grün fressen das Kraut nur die Schafe und Ziegen.

Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Weder die Blätter, noch Blumen, haben einen Geruch, aber doch die Wurzeln im Frühling in etwas; gleichwohl werden nicht diese, sondern nur allein die Blätter in der Medicin gebraucht. Das Kraut hat eine zusammenziehende Kraft, und wird daher auch mit unter die Wundkräuter gezählt, und wider Bauch= und Blut=Flüsse, bei Schwäche der Eingeweide, insbesondere aber auch wider Leber=Verstopfung und Verhärtung von Chomel aus eigener Erfahrung angepriesen. Der Gebrauch ist gewöhnlich nur wie Thee, und es wird nicht leicht eine alte Composition von Wund=Trank, Brust= oder Kräuter=Thee zu finden seyn, wo die Odermenge nicht darunter wäre; wie man sie denn auch unter dem berühmten Schweizer=Thee ganz deutlich wahrnimmt. Das grüne Kraut zerstoßen, und auf giftige Bisse und Stiche gelegt, stillet den Schmerz, und heilet dieselben. Es heilet auch den Krebs, und andere faule flüßige Schäden und Geschwäre. Das grüne Kraut mit Essig zerstoßen und aufgelegt, vertreibet die Warzen und Hühneraugen. Es ist auch gut gegen die Krätze; in Lauge gesotten, und das Haupt damit gewaschen, tödtet die Nisse und Läuse. Einige wollen, daß dies Kraut, am Halse gehangen, oder übergelegt, zu den Kröpfen dienen soll. Ein Fußbad von dem Kraut bereitet, ziehet die Müdigkeit aus den Füßen, und heilet die erfrornen Gliedmaßen. In Wein oder Essig gesetten, und als ein <1, 456> Breiumschlag warm auf das Geschöß gelegt, ist gut in der Geschwulst und Entzündung der Hoden. Der Saame oder das Kraut gepülvert, davon ein halbes Quentgen mit rothem Weine auf die Nacht eingenommen, dienet denen, so das Wasser im Schlafe nicht halten können. In den Apotheken hat man von der Odermenge ein destillirtes Wasser, Syrup, Conserve, Extract, und Salz, welche wider die Verstopfung der Leber und Milz, Gelb= und Wassersucht, Blutflüsse, Harnwinde und den Stein dienen, auch die Würmer im Leibe tödten. Nach des Cardinal Peter Bembus Versicherung, ist zur Ausführung des Nierensandes kein besser Mittel, als das Odermennig=Wasser.

Agrimonia sylvestris, Anserina, Gänserich, siehe unter Pfeil-IconPentaphylloides.

Agriote, Griote, schwarze saure Kirschen, siehe unter Pfeil-IconCerasus.

Agripaume, Herzgespann=Kraut, siehe Pfeil-IconCardiaca.

Agrostemma, Sammetröslein, siehe unter Pfeil-IconLychnis.

Agrouelles, siehe Pfeil-IconScrophulae aquaticae.

Agrueto, Agrutier, siehe unter Pfeil-IconCerasus.

Ag=Stein, siehe Pfeil-IconAchat.

Agt=Stein, Lat. Succinum, Fr. Ambre jaune; siehe Pfeil-IconBernstein.

Aguapa Klassifizierung: 398.368 Pflanzen DDC-Icon Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon , ein gewisser Westindischer Baum, dessen Schatten so gefährlich seyn soll, daß diejenigen, die darunter einschlafen, sehr aufschwellen, ein nacketer Wilder aber bersten würde.

Agul Klassifizierung: 583.74 Fabales (Leguminales)DDC-Icon , Alhagi Maurorum, Genista-Spartium spinosum foliis polygoni, ist ein kleines sehr stacheligtes Bäumchen oder Strauch, welches in Arabien, Persien und Mesopotamien wächst. Die Blätter sind länglich, und sehen wie die am großen Wegetritt aus. Es bringet in großer Menge röthliche Blümchen, und alsdenn folgen rothe Saamenhülsen. Die Wurzel ist lang, und siehet purpurfarbig aus. Auf den Blättern und Zweigen <1, 457> findet sich, bei starker Sommerhitze, ein fetter und schmieriger Liquor, von einer Honig=Consistenz, welcher zur kühlen Nachtzeit verdicket wird, und eine Gestallt von Körnern bekommt, welche Alhagi=Manna heissen, und wie Corianderkörner aussehen. Man sammelt sie, und macht ziemlich dicke Brode, von dunkelgelber Farbe, daraus. Es ist nicht so gut, wie das Calabrische Manna.

Agutiguepa Klassifizierung: 641.351 WurzelgemüseDDC-Icon Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon , ist eine Pflanze, welche in Brasilien wächst, und deren Stengel vier bis fünf Fuß hoch wird. Sie hat Blätter, welche einen Schuh lang, und rings umher mit einem rothen Strich eingefaßt sind. Ganz oben auf dem Stengel kommt eine Feuer=rothe Blume, welche der Lilie an Gestallt ziemlich gleichkommt, zum Vorschein. Die Wurzel ist rund, dunkelroth, und gut zu genießen. In der Zeit des Mangels kochet oder röstet man sie, und verspeiset sie.

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